Condor-Chef Ralf Teckentrup muss sparen

Condor ist in die roten Zahlen gerutscht. Darum muss die Fluggesellschaft jetzt sparen. Geplant ist unter anderem der Fokus auf bestimmte Ziele sowie ein Tausch von Flugzeugen mit einer anderen Airline.

Condor-Chef Ralf Teckentrup. - © © BTW - Svea Pietschmann

Condor-Chef Ralf Teckentrup. © BTW /Svea Pietschmann

Die Fluggesellschaft Condor ist im abgelaufenen Geschäftsjahr in die roten Zahlen gerutscht. Das teilte Thomas-Cook-Chef Peter Fankhauser jetzt mit. Dem Reiseveranstalter gehört die Condor. Airline-Chef Ralf Teckentrup soll die Gesellschaft nun mit einem Sparprogramm und stärkerer Kooperation mit den anderen Konzernfluglinien wieder auf Gewinnkurs bringen.

In den zwölf Monaten bis Ende September flog Condor im operativen Geschäft zehn Millionen Pfund Verlust (etwa 11,7 Millionen Euro) ein - nach 56 Millionen Pfund (etwa 65,4 Millionen Euro) Gewinn ein Jahr zuvor. Bis zum Geschäftsjahr 2017/18 soll das operative Ergebnis jedoch um 35 Millionen Pfund steigen.

Stellenabbau ist "nicht im Fokus"

Erreicht werden soll das unter anderem durch einen stärkeren Fokus des Flugangebots auf Fernziele. Geplant ist außerdem, weitere Aufgaben mit den anderen Konzern-Airlines von Thomas Cook zu bündeln und die eigenen Kosten um 25 Millionen Pfund senken.

Ein Stellenabbau steht laut einem Condor-Sprecher dabei "nicht im Fokus". Es gehe vielmehr um eine Steigerung der Erlöse, etwa durch lukrativere Flugstrecken und einen Ausbau des Bordverkaufs. Um mehr Langstreckenflüge anbieten zu können, wolle Condor zudem Flugzeuge mit der britischen Thomas Cook Airlines tauschen. Dabei würden Condor-Mittelstreckenjets vom Typ Boeing 757 durch Langstreckenmaschinen vom Typ Boeing 767 ersetzt.

Türkei-Krise drückt Gewinn von Thomas Cook

Aber nicht nur Condor, sondern auch der Mutterkonzern Thomas Cook schwächelte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verdiente der Rivale des Weltmarktführers Tui unter dem Strich neun Millionen britische Pfund (rund 10,6 Millionen Euro) und damit nur noch knapp halb so viel wie ein Jahr zuvor.

Dabei machte dem Unternehmen die Verunsicherung vieler Kunden durch die Terroranschläge in Europa und die Lage in der Türkei zu schaffen. Allerdings machte der Konzern mit einem vergrößerten Reiseangebot etwa für spanische Ziele einen Teil der Rückgänge wett.

© Thomas Cook, Lesen Sie auch: Thomas Cook streicht Gewinnziel zusammen

Zudem kam Thomas Cook das britische Votum für den EU-Austritt des Landes zugute. Infolge des Wertverlusts der britischen Währung bekam der Konzern für seine etwa in Deutschland in Euro erzielten Einnahmen deutlich mehr Pfund heraus als zuvor.

In den Regionen lief es unterschiedlich

Der Umsatz blieb dadurch mit 7,8 Milliarden britischen Pfund auf dem Niveau des Vorjahres. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn sank von 310 Millionen auf 308 Millionen Pfund, lag damit aber über der im Juli gesenkten Prognose des Vorstands und übertraf auch die Erwartungen von Analysten.

Dabei lief es in den einzelnen Regionen höchst unterschiedlich. Während Thomas Cook bei den Urlaubern aus Großbritannien und Nordeuropa Rekordgewinne einfuhr, meldete das Zentraleuropa-Geschäft mit Deutschland als größtem Markt einen Gewinnrückgang. Thomas Cook ist hierzulande vor allem mit der Marke Öger Tours stark im Türkei-Geschäft vertreten.

Von: ch, dpa-AFX

Datum: 23.11.2016 - 14:06

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