Condor und Eurowings legen Karibik-Strecken auf

19.09.2017 - 14:01 0 Kommentare

Noch ist Air Berlin nicht aufgeteilt. Dennoch nehmen jetzt sowohl Condor als auch Eurowings die Langstrecken der insolventen Konkurrenz ins Visier. Zum Winterflugplan geht es in Düsseldorf mit Transatlantikrouten los.

Flughafen in Düsseldorf - © © AirTeamImages.com - Alun Morris Jones

Flughafen in Düsseldorf © AirTeamImages.com /Alun Morris Jones

Sowohl Condor als auch Eurowings haben für den Winter Karibik-Flüge am Flughafen Düsseldorf angekündigt. Beide Fluggesellschaften waren bislang an dem Air-Berlin-Drehkreuz nicht mit eigenen Langstreckenangeboten präsent.

Condor will ab dem 1. November gleich mehrere Karibikstrecken am Flughafen der NRW-Landeshauptstadt aufnehmen. Wie der Ferienflieger mitteilt, werden insgesamt sechs wöchentliche Flüge nach Punta Cana und La Romana (Dominikanische Republik), Cancun (Mexiko), Montego Bay (Jamaika) sowie zum Inselstaat Barbados angeboten.

Zum Einsatz kommt ein Airbus A330-200, den Condor von der kanadischen Air Transat anmietet, wie die Airline zu airliners.de sagte. Condor sichere damit den Karibikurlaubern der Air Berlin ab Düsseldorf ihre Reisen und erweitere gleichzeitig ihr Streckennetz. Insgesamt stehen wöchentlich sechs Rotationen im Programm.

Konkurrenten springen in eine Air-Berlin-Lücke

In der zweiten Novemberwoche startet dann auch Eurowings mit Langstrecken in Düsseldorf - und hat ebenfalls ein Karibikprogramm aufgesetzt: Viermal wöchentlich geht es ab dem 8. November zunächst nach Punta Cana in der Dominikanischen Republik. Ab Mitte Dezember folgen dann Varadero in Kuba, Puerto Plata in der Dominikanischen Republik sowie Cancun in Mexiko mit jeweils einem Flug pro Woche.

Bislang waren die Karibik-Flüge in Düsseldorf die Domäne von Air Berlin. Die insolvente Fluggesellschaft hatte allerdings jüngst angekündigt, die Flüge ab Düsseldorf Ende September einzustellen. Damit verbleiben nun noch fünf USA-Routen des Carriers. Die Air-Berlin-Langstrecken ab Berlin sind bereits komplett gestrichen.

Das Düsseldorfer Karibikprogramm im Winter
(Frequenzen pro Monat)
Destination
Condor
neu aufgelegt
Eurowings
neu aufgelegt
neu gesamt
Air Berlin
ursprünglich geplant
Barbados
2
0
2
0
Curacao
0
0
0
8
Kuba
0
4
4
16
Havanna
0
0
0
8
Varadero
0
4
4
8
Domenikanische Republik
14
20
34
20
La Romana
6
0
6
0
Puerto Plata
0
4
4
4
Punta Cana
8
16
24
16
Jamaika (Montago Bay)
4
0
4
0
Mexiko (Cancun)
4
4
8
12
gesamt
24
28
52
56

Quelle: Flugplandaten, Angaben der Airlines, Stand: 19.09.2017

Condor will Verträge mit Reiseveranstaltern übernehmen

Ein Großteil der Air-Berlin-Kapazitäten auf den touristischen Langstrecken war für Reiseveranstalter reserviert. Diese Verträge übernimmt Condor nun offenbar zumindest zum Teil. "Wir haben alles daran gesetzt, schnellstmöglich eine Lösung zu finden, um den Reiseverkehr aufrecht zu erhalten, und dazu mit vielen Reiseveranstaltern, Fremdenverkehrsämtern und den betroffenen Flughäfen gesprochen", so Condor-Chef Ralf Teckentrup. Tickets seien zudem im Einzelplatzverkauf verfügbar.

Die Eurowings-Flüge sind ebenfalls im Einzeplatzvertrieb erhältlich, wie die Lufthansa-Billigairline mitteilte. Mit den neuen Langstrecken in Düsseldorf baue Eurowings die "Pole Position in Düsseldorf" weiter aus, sagte Geschäftsführer Oliver Wagner. Bereits im laufenden Jahr habe man mit der Umflottung im Kurz- und Mittelstreckenverkehr von CRJ-900 auf A320 die Kapazitäten in der NRW-Landeshauptstadt nahezu verdoppelt. Aktuell wachse auch die Langstreckenflotte weiter an. So werde in Kürze die siebente A330 erwartet.

Air-Berlin-Langstrecke bei Übernahme offensichtlich nichts wert

Der Vorstoß von Condor und Eurowings auf den ehemaligen Air-Berlin-Routen scheint nicht unüberlegt. Im Bieterkampf um den insolventen Carrier hatte die deutsche Thomas-Cook-Tochter Condor zusammen mit Niki Lauda ein Angebot eingereicht. Auch die Eurowings-Mutter Lufthansa ist stark an Air-Berlin-Teilen interessiert. Augenscheinlich geht es dabei allerdings nicht um Langstreckenflugzeuge der Air Berlin. Ein Großteil davon muss die insolvente Airline ohnehin bereits zum Monatsende an den Leasingeber Aer Cap zurückgeben.

© dpa, Sophia Kembowski Lesen Sie auch: Bieterfrist für insolvente Air Berlin abgelaufen

Von: cs, dh
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