Condor bestellt Bordverpflegung nicht mehr bei Lufthansa-Caterer

13.01.2017 - 17:20 0 Kommentare

Nach über 50 Jahren ist Schluss: Condor bezieht seine Bordverpflegung nicht mehr von der Lufthansa-Tochter LSG Sky Chefs. Laut einem Medienbericht hat das millionenschwere Folgen.

Ein Mann fertigt Sushi-Rollen in der Produktion der LSG Sky Chefs am Flughafen in Frankfurt am Main. - © © dpa - Daniel Reinhardt

Ein Mann fertigt Sushi-Rollen in der Produktion der LSG Sky Chefs am Flughafen in Frankfurt am Main. © dpa /Daniel Reinhardt

Die Lufthansa-Cateringtochter LSG Sky Chefs verliert einen ihrer treuesten Kunden. Der Ferienflieger Condor bezieht seine Bordverpflegung nach über 50 Jahren Zusammenarbeit künftig vom Konkurrenten Gate Gourmet, wie ein Sprecher der Thomas-Cook-Tochter jetzt einen entsprechenden Vorabbericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" bestätigte. Die Umstellung solle in diesem Jahr vollzogen werden.

Condor und LSG hatten sich nicht auf ein Preismodell einigen können. Laut "Spiegel" verliert die Lufthansa-Gesellschaft dadurch einen hohen zweistelligen Millionenbetrag an Umsatz. Letzterer hatte im Jahr 2015 drei Milliarden Euro betragen.

Wegen der sinkenden Nachfrage im Zuge der Billigflug-Modelle will LSG allein in Deutschland 1700 Stellen streichen und Teile der Produktion nach Tschechien verlegen. Das Unternehmen beschäftigt eigenen Angaben zufolge weltweit mehr als 34.000 Mitarbeiter.

Die Konkurrenz baut aus

Das Unternehmen Gate Gourmet, das künftig die Bordverpflegung für Condor liefern soll, gehört zur Schweizer Gategroup. Der LSG-Konkurrent hatte erst kürzlich sein Angebot in der Flugverpflegung ausgebaut und den Caterer Servair von Air France übernommen.

© dpa, Daniel Reinhardt Lesen Sie auch: Verdi warnt vor Auseinandersetzungen bei Lufthansa-Caterer Sky Chefs

Damit steige Gategroup zum Weltmarktführer mit einem Umsatz von rund 4,4 Milliarden Franken (4,1 Milliarden Euro) auf, so das Unternehmen. Diesen Titel hat bisher LSG Sky Chefs für sich beansprucht. Durch den Deal ergänze Gategroup seine Präsenz mit Standorten in Frankreich und Afrika, hieß es. Zusammen würden die Unternehmen mit 39.000 Mitarbeitern mehr als 300 Fluggesellschaften bedienen.

Von: ch, dpa
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