Mit Video und Fotostrecke Condor: "BoardConnect" im Praxistest

06.09.2012 - 11:02 0 Kommentare

Condor testet ab Mitte des Monats das neue Inflight-Entertainment-System "BoardConnect" von Lufthansa Systems. Passagiere können dann mit Tablet, Handy oder Laptop drahtlos auf Filme zugreifen. Ob das funktioniert, hat die Redaktion auf einem Flug nach Rhodos ausprobiert.

Condor und Lufthansa Systems haben am vergangenen Sonntag zu einem Live-Test des neuen In-Flight-Entertainment-Systems „BoardConnect“ eingeladen. Journalisten und Blogger konnten auf einem Flug von Frankfurt nach Rhodos und zurück das auf WLAN basierende Unterhaltungssystem ausgiebig auf Herz und Nieren prüfen.

Gerade in der Touristik sei die Bordunterhaltung ein wichtiger Teil des Reiseerlebnisses und damit ein Mittel, sich im Wettbewerb zu differenzieren, sagte Rainer Kröpke, Leiter Produktmanagement und Marketing der Condor Flugdienst GmbH während der Vorbesprechung in der LuxxLounge am Frankfurter Flughafen. „BoardConnect steht für eine neue Ära in der Bordunterhaltung, mit einem breiteren Angebot für die Passagiere, mehr Flexibilität und niedrigeren Kosten“ ergänzte Norbert Müller, Programm Manager BoardConnect bei Lufthansa Systems. Gleichzeitig könnten Fluggesellschaften neue Umsatzpotentiale erschließen.

Die Installation besteht aus einem Server mit 3G-Modem und fünf Access-Points in der Flugzeugkabine. Da für die Datenübertragung in der Kabine keinerlei Verkabelung erforderlich ist, können Fluggesellschaften Board Connect ohne gesonderte Bodenzeiten im Rahmen normaler Wartungsarbeiten oder Nachtstopps einbauen.

Als erstes drahtloses IFE-System hat BoardConnect von namhaften Film-Studios die Zulassung für sogenannten "Early Window Content" erhalten. Damit bezeichnet man Filme, die drei Monate nach dem Kinostart für die Verbreitung in Unterhaltungssystemen an Bord von Flugzeugen und in Hotels freigegeben werden aber noch nicht auf DVD oder Blu-Ray am Markt verfügbar sind. Systeme, über die urheberrechtlich sensible Inhalte ausgestrahlt werden, müssen zum Schutz vor Raubkopien jedoch strenge Anforderungen hinsichtlich der Datensicherheit erfüllen. Das gelte ganz spezielle für Streamingsysteme, sagte Müller. Daher tragen die an Bord bereit gehaltenen iPads auch einen speziellen Rahmen, der zum Beispiel den „Home“-Button verdeckt, so dass zusätzliche Programme nicht gestartet werden können.

Fluggäste können auf die bereitgestellten Inhalte aber auch mit ihren eigenen WiFi-fähigen Geräten zugreifen - dann jedoch nur auf „Late Window Content“, also Filme, die bereits als Kaufvideo verfügbar sind. Vor Flugantritt muss jedoch eine spezielle App für iPhone, iPad oder iPod heruntergeladen werden. Zum Jahresende soll es auch eine App für Android-Geräte geben, versprachen beide Unternehmen. Auf Laptops muss dagegen zuvor „Silverlight“ installiert werden. Steckdosen zum Nachladen der privaten Geräte sind nur in der Comfort Class vorhanden. Passagiere der anderen Buchungsklassen sollten also zuvor am Flughafen nicht zu ausgiebig surfen oder dort die Geräte nochmal anschließen.

Neben Filmen umfasst das Streaming-Angebot bei Condor aber auch Serien, Musik, Dokumentationen und Kinderangebote. Da sich die Passagiere nach dem Einschalten der Geräte mit ihrer Sitzplatznummer anmelden, sind hier auch personalisierte Angebote künftig denkbar. Eine Airline kann zudem entscheiden, je nach Buchungsklasse unterschiedliche Film- oder Shoppingangebote anzuzeigen. Hier ist durchaus Potential für Zusatzeinnahmen vorhanden.

Was jedoch (noch) nicht geht, ist der Zugriff auf das Internet. Denn dafür fehlt - zumindest bei Condor - die entsprechende Antenne. Doch auch dies sei künftig durchaus denkbar, so Produkt- und Marketing-Chef Kröpke. Der Installationsaufwand dafür halte sich in Grenzen.

Condor-Passagiere können ab Donnerstag (6.9.) im Rahmen eines Testlaufs das neue IFE-System kostenlos ausprobieren. Noch ist „BoardConnect“ aber nur in der Boeing 767-300ER mit der Registrierung D-ABUZ installiert. Auf der Condor-Website unter „Stars am Himmel“ zeigt die Airline, auf welchen Strecken die Maschine eingesetzt wird. So fliegt die Boeing am Donnerstag von Frankfurt nach Cancun und zurück.

Von: airliners.de mit Condor, Lufthansa Systems
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