Condor will Air Berlin wohl doch ganz

01.09.2017 - 11:02 0 Kommentare

Laut mehrerer Medienberichten bereitet Condor ein Angebot für eine komplette Air-Berlin-Übernahme vor. Indes wird der Verkauf des Carriers wohl später entschieden.

Condor-Chef Ralf Teckentrup hat offenbar schon Gespräche mit Air-Berlin-Managern geführt. Foto: © BTW, Svea Pietschmann

Condor strebt offenbar eine Komplettübernahme der insolventen Konkurrentin Air Berlin an. Dies geht aus mehreren Medienberichten hervor, die sich auf Unternehmensinsider berufen. So gab es wohl schon erste Gespräche zwischen Managern der Pleite-Airline und Condor-Chef Ralf Teckentrup sowie dem Airline-Verantwortlichen des Thomas-Cook-Konzerns, Christoph Debus.

Condor schaut sich aktuell die Daten der Air Berlin sehr genau an. "Das Interesse von Thomas Cook wird bei Air Berlin sehr ernst genommen", sagte ein Insider. Bislang bekannt war, dass Condor eine zweistellige Anzahl von Air-Berlin-Flugzeugen (sowohl Mittel- als auch Langstreckenjets) übernehmen möchte.

Unklar sei aber, wie der hoch verschuldete Thomas-Cook-Konzern den Zukauf und die anschließende Sanierung finanzieren wolle, so die "Süddeutsche Zeitung". Auch bei Condor laufe nach Verlusten im vergangenen Jahr ein Sparprogramm mit Jobabbau.

Niki-Flugzeuge würden gut zu Condor passen

Gerade die 17 A321-Flugzeuge der Touristiktochter Niki würden die Flotte der Condor auf innereuropäischen Strecken gut ergänzen. Auf der Langstrecke operiert Thomas Cook hierzulande mit Boeing-Flugzeugen. Diese werden aufgrund ihres Alters in den kommenden Jahren aber ausrangiert. Die Langstrecken-Maschinen des Typs Airbus A330 werden konzernintern von anderen Airlines betrieben, sodass diese Maschinen der Air Berlin durchaus in die Condor-Flotte passen würden.

Condor teilte auf Anfrage mit, dass man zusammen mit dem Mutterkonzern für eine "aktive Beteiligung an der Zukunft von Air Berlin" bereitstehe. Aktuelle Verhandlungen und mögliche Entwicklungen könne man aber nicht kommentieren.

Entscheidung fällt wohl später

Indes berichtet die "Süddeutsche Zeitung", dass eine mögliche Entscheidung über den Verkauf der Air Berlin wohl sechs Tage später als bislang spekuliert fallen wird. Demnach trifft sich der Gläubigerausschuss des insolventen Carriers erst am 21. September erneut - bislang war der 15. September terminiert. Als aussichtsreichster Kandidat im Poker um Air Berlin gilt die Lufthansa Group, die in der vergangenen Woche in einem bislang nicht öffentlich verbreiteten "Termsheet" ihre Absichten dem Gläubigerausschuss gegenüber unterbreitete. Neben Lufthansa sind noch andere Airlines und Einzelunternehmer an Air Berlin interessiert.

© airliners.de, David Haße Lesen Sie auch: Wer für Air Berlin bietet Überblick

Von: cs
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