Air Berlin: Codesharing-Streit geht auf internationaler Ebene weiter

16.10.2014 - 08:01 0 Kommentare

Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate treffen sich in der kommenden Woche zu Beratungen über nicht genehmigte Etihad-Codesharing-Flüge der Air Berlin. Die gemeinsamen Flüge sind für die deutsche Fluggesellschaft sehr wichtig.

Die neue Etihad Airways Deutschland und Europa-Zentrale in Berlin - © © Etihad Airways -

Die neue Etihad Airways Deutschland und Europa-Zentrale in Berlin © Etihad Airways

Das "Nein" des Luftfahrt Bundesamtes (LBA) zu Codeshare-Verbindungen der Air Berlin mit Etihad Airways steht in der kommenden Woche auf der politischen Agenda für Gespräche zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Das bestätigte ein Sprecher des Verkehrsministeriums gegenüber airliners.de. Die bilateralen Beratungen seien für den 20. Oktober geplant.

Bei dem Treffen auf Fachebene geht es um den Antrag für insgesamt 68 Flugverbindungen der Air Berlin, die im Winterflugplan 2015/16 gleichzeitig auch unter Etihad-Airways-Flugnummer angeboten werden sollen. Die Hälfte davon hatte das LBA nicht genehmigt, offenbar mit Verweis auf das Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den VAE.

In dem Abkommen regeln insgesamt 19 Artikel die generellen Vereinbarungen für Flüge zwischen den beiden Ländern und darüber hinaus. Welche Strecken allerdings genau von den Fluggesellschaften beider Länder beflogen werden dürfen, regelt eine nicht öffentliche Anlage. Dieser "Fluglinienplan" ist nicht statisch und wird durch Notenwechsel zwischen den Ländern abgestimmt und beinhaltet offenbar - zumindest implizit - auch Regelungen zu Codesharing-Möglichkeiten.

© dpa, Kay Nietfeld Lesen Sie auch: Bundesamt sagt Nein zu Codeshare von Air Berlin und Etihad

Diese Flüge sind vom Verbot betroffen

Bislang bedienen Fluggesellschaften aus den VAE (derzeit Etihad und Emirates) in Deutschland die Zielflughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf sowie Hamburg. Etihad-Codeshare-Verbindungen mit Air-Berlin-Flügen an diesen Standorten sind dem Vernehmen nach in der Regel problemlos möglich.

Die strittigen Flüge gibt es vor allem von und nach Berlin. Ihr Heimatdrehkreuz Tegel verbindet Air Berlin zweimal täglich im Etihad-Codeshare mit Abu Dhabi. Zudem geht es unter gemeinsamer Flugnummer via Berlin in Richtung USA und Europa. Alleine 32 Etihad-Codeshare-Destinationen stehen laut Flugplandaten in der kommenden Wintersaison im Berlin-Programm der beiden Airlines.

Das LBA wollte sich nicht zum Thema äußern oder konkrete Routen nennen. Man könne generell keine Auskünfte zu Details aus Genehmigungsverfahren geben, so eine Sprecherin. Auch Air Berlin wollte keine Liste mit den betroffenen Flügen herausgeben. Es hieß aber, Air Berlin könne die Probleme bei der Genehmigung nicht nachvollziehen. In der Vergangenheit seien alle beantragten Flüge stets genehmigt worden. Im Vergleich zum letzten Winterflugplan habe sich die Anzahl der beantragten Codesharings sogar verringert.

Für Air Berlin sind die Flüge unter gemeinsamer Flugnummer wirtschaftlich sehr wichtig. Für dieses Jahr erwartet die deutsche Airline mehr als eine halbe Million zusätzliche Fluggäste und über 100 Millionen Euro Umsatz durch das Codesharing mit Etihad. Damit profitiere man mehr von den gemeinsamen Flügen, als die Airline aus Abu Dhabi, so Air Berlin. Mehr als 50 Millionen Euro Umsatz stehen den Angaben nach durch das Verbot auf der Kippe.

© dpa, Fredrik von Erichsen Lesen Sie auch: So funktioniert Codesharing

Codesharings sind für Fluggesellschaften bedeutend, weil sie Basis für ein reibungsloses Interlining sind. So können zwei Fluggesellschaften beispielsweise Verbindungsflüge mit der jeweils anderen Partnerairline als eigene Flüge vermarkten, um damit in Reservierungssystemen einen gemeinsamen Preis für alle Segmente einer Verbindung ausgeben können. Für einen Flug von Berlin über Abu Dhabi nach Hongkong müssten ansonsten zwei Tickets ausgestellt werden.

Von: airliners.de
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