Air Berlin ist beim Thema Etihad-Codesharings weiterhin optimistisch

11.11.2015 - 15:25 0 Kommentare

Die umstrittenen Etihad-Codesharings werden erneut genehmigt. Das glaubt Air-Berlin-Chef Stefan Pichler, auch wenn das Verkehrsministerium anderes behauptet. Die Vereinigten Arabischen Emirate fechten das Verbot juristisch an.

Stefan Pichler, neuer Chef der Fluggesellschaft Air Berlin - © © dpa - Stephanie Pilick

Stefan Pichler, neuer Chef der Fluggesellschaft Air Berlin © dpa /Stephanie Pilick

Air-Berlin-Chef Stefan Pichler hat sich in Berlin mit einem Appell an die Bundesregierung gewandt. Die Regierung müsse in ihren Gesprächen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) eine dauerhafte Lösung zum Thema Codesharings herbeiführen. Der Versuch der Regierung, die Codesharings zu untersagen, ziele zwar auf die VAE, treffe aber die 8000 Mitarbeiter der Air Berlin, so Pichler.

Er reagierte damit auf die Äußerungen von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), der am Vortag das Nein seines Hauses zur Genehmigung der umstrittenen Etihad-Codes auf etlichen Air-Berlin-Flügen bekräftigt hatte. Es bleibe bei dem Verbot von gemeinsame Flugnummern zum 15. Januar.

Wir werden diese Codeshares bekommen. Punkt.

Air-Berlin-CEO Stefan Pichler am 11.11.2015 in Berlin

Der Air-Berlin-Chef erinnerte daran, dass die Haltung des Verkehrsministers sogar innerhalb der Regierung umstritten sei. In der Tat hatte sich Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) unlängst mit einem Kompromissvorschlag beim Verkehrsministerium gemeldet. Dem Verkehrsminister untersteht das Luftfahrt-Bundesamt, das die beantragten Flüge genehmigen muss.

VAE gehen weiter juristisch gegen Verbot vor

Pichler ist sich derweil sicher, dass zu dem Thema auch ohne unmittelbare politische Entscheidung kurzfristig Klarheit herrschen wird. Die VAE gingen derzeit weiter juristisch gegen das kurzfristige Verbot für die im Winter beantragten Codeshares vor, so Pichler. Eine Entscheidung werde noch vor Jahresende erwartet.

Dabei ist sich Deutschlands zweitgrößte Airline offenbar sicher, die bereits geplanten Flüge unter gemeinsamer Flugnummer nochmals genehmigt zu bekommen. Air Berlin sei zwar vor Gericht selbst nur Beobachter, so Pichler. Man erachte die Erfolgschancen allerdings als sehr hoch. Es könne nicht sein, dass eine seit 2012 durchgeführte Genehmigungspraxis kurzfristig zu Lasten von Air Berlin aufkündigt werde.

Das Thema verunsichert derweil bereits die Verbraucher. Berichte über die Verbote hätten einen spürbaren negativen Einfluss auf kurzfristige Buchungen, sagte Pichler. "Ich hoffe, dass an dieser Stelle der gesunde Menschenverstand siegt."

Verbot gilt nicht für alle Flüge

Das Verbot ab Mitte Januar gilt für 31 von insgesamt 83 beantragten Routen im Winterflugplan, der seit Ende Oktober gilt. Dabei geht es vor allem um Codeshares von und nach Berlin oder auch Stuttgart. In Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg sind die Verbindungen dagegen erlaubt, sie fallen unter das Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den VAE.

© Etihad Airways, Lesen Sie auch: Darum geht es bei der aktuellen Air-Berlin-Codeshare-Diskussion

Deutschlands zweitgrößte Airline fliegt seit Jahren Verluste ein und wird von Etihad finanziell über Wasser gehalten. Die arabische Airline besitzt knapp ein Drittel der Air-Berlin-Anteile. Die gemeinsamen Flugnummern waren für Etihad nach eigenen Angaben ein entscheidender Faktor, in Air Berlin zu investieren. Die über Etihad mitvermarkteten Flüge bringen der deutschen Fluggesellschaft angeblich jährlich rund 140 Millionen Euro Umsatz zusätzlich.

Von: dh, dpa
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