Lufthansa vor Pilotenstreik: Gespräche mit Gewerkschaft gescheitert

28.08.2014 - 14:30 0 Kommentare

Der Streik bei der Lufthansa-Tochter Germanwings ist wohl nicht mehr abzuwenden. Neue Gespräche mit den Piloten sind geplatzt. Lufthansa verspricht, die Folgen für die Kunden nun so gering wie möglich zu halten.

Der leere Check-in-Schalter der Germanwings auf dem Flughafen in Hannover.

Der leere Check-in-Schalter der Germanwings auf dem Flughafen in Hannover.
© dpa - Ole Spata

Flugzeuge der Germanwings auf dem Flughafen Köln/Bonn.

Flugzeuge der Germanwings auf dem Flughafen Köln/Bonn.
© dpa - Henning Kaiser

Ein Flugzeug der Germanwings startet vom Flughafen in Hannover.

Ein Flugzeug der Germanwings startet vom Flughafen in Hannover.
© dpa - Ole Spata

Die Verhandlungen mit den Lufthansa-Piloten sind nach Angaben des Unternehmens vom Donnerstag gescheitert. Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens sagte: «Wir sind sehr enttäuscht, dass wir den Streik nicht abwenden können. Es entsteht der Eindruck, dass für die VC der Streik bereits beschlossene Sache war». Lufthansa und die Tochter Germanwings würden sich nun vor allem darauf konzentrieren, die Auswirkungen eines Ausstands zu begrenzen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte vor Beginn der Verhandlungen Arbeitsniederlegungen angekündigt, sollten die Gespräche ergebnislos verlaufen. Demnach sollen alle Flüge der Lufthansa-Tochter Germanwings am morgigen Freitag zwischen 6.00 und 12.00 Uhr an allen deutschen Flughäfen bestreikt werden.

Wegen des angekündigten Streiks der Piloten werden 70 Prozent der Flüge ausfallen. Gestrichen werden müssen 116 von 164 Flügen, wie Germanwings am Donnerstag mitteilte. 15.000 Passagiere könnten ihren Flug nicht antreten.

Germanwings erklärte, betroffen seien vor allem innerdeutsche Flüge. Die Fluggäste hätten die Möglichkeit, auf die Bahn auszuweichen. Sie können ihren Flug aber auch stornieren oder umbuchen. Flüge in die Urlaubsgebiete hingegen fänden statt. Dafür werde Germanwings etwa Flugzeuge bei anderen Airlines anmieten.

Streit um die Übergangsrente hält an

Hintergrund des Konflikts bei Europas größter Airline ist der Streit um die Übergangsrente für die 5400 Piloten bei Lufthansa, Germanwings und Lufthansa Cargo.

Im Schnitt gehen Lufthansa-Kapitäne derzeit mit knapp 59 Jahren in den vom Unternehmen bezahlten Vorruhestand. Lufthansa will das durchschnittliche Eintrittsalter schrittweise auf 61 Jahre erhöhen. Die aktuelle Regelung zur Übergangsrente will die Airline bis 2016 beibehalten, um ausreichend Zeit für Verhandlungen zu haben.

Cockpit hatte die Verhandlungen in der vergangenen Woche für gescheitert erklärt und Streiks angekündigt. Heute kehrten die Kontrahenten an den Verhandlungstisch zurück. Eine Annäherung misslang jedoch.

Ziel der Lufthansa war es, bei dem Gespräch einen Fahrplan für die komplexen Tarifverhandlungen zu verschiedenen Themen zu vereinbaren. VC erwartete hingegen die Korrektur der vom Management bislang erhobenen tiefgreifenden Forderungen. Volkens sagte laut Mitteilung: «Es ist nicht realistisch, über ein neues Modell für eine zukunftsfähige Übergangsversorgung an einem einzigen Tag eine Einigung zu erzielen».

Von: dpa, AFP
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