Cobalt Air stellt Betrieb ein

18.10.2018 - 11:09 0 Kommentare

Die zyprische Fluggesellschaft Cobalt Air hat am Mittwoch ihren Flugbetrieb eingestellt. Laut Presseberichten hat sie Zahlungsprobleme. In Deutschland bot die Airline zuletzt Verbindungen ab Düsseldorf und Frankfurt nach Larnaca an, in der Schweiz ab Zürich und Genf.

Ein Flugzeug der Cobalt Air in Larnaca. - © © AP/dpa - Petros Karadjias

Ein Flugzeug der Cobalt Air in Larnaca. © AP/dpa /Petros Karadjias

Zyperns größte Fluggesellschaft Cobalt Air hat nach nur zwei Jahren überraschend ihren Dienst eingestellt. Alle ab kurz vor Mitternacht geplanten Flüge würden wegen eines "Aussetzens der Tätigkeit auf unbestimmte Zeit" annulliert, teilte die Airline am Mittwochabend auf ihrer Internetseite mit. Sie riet ihren Kunden davon ab, sich am Donnerstag zum Flughafen zu begeben oder die Büros von Cobalt Air zu kontaktieren - denn auch diese stellten ihren Dienst ein.

Die erst vor zwei Jahren gestartete Billigairline entschuldigte sich "aufrichtig" für die Einstellung ihrer Dienste, teilte zunächst aber nichts über die Gründe dafür mit. Unbestätigten Informationen zufolge hatte die Airline Zahlungsprobleme und musste ihren Verkehr nun einstellen, nachdem Verhandlungen mit einem potenziellen europäischen Investor gescheitert waren.

Seit dem Aus von Cyprus Airways die Nummer Eins in Zypern

Mehrheitlich war die Fluglinie bislang von chinesischen Investoren finanziert. "Wir haben uns bemüht, aber wir konnten leider nicht das (nötige) Kapital finden, um weiter zu arbeiten", sagte der Chef der Fluglinie, Grigoris Diakos, im zyprischen Rundfunk. Alle 280 Angestellte der Cobalt seien bis zum letzten Arbeitstag bezahlt worden, hieß es.

Die Cobalt führte mit sechs gemieteten Flugzeugen ein Flugprogramm mit 22 Zielen durch - überwiegend im östlichen Mittelmeer und nach Westeuropa. Ziele waren auch Düsseldorf, Frankfurt, Zürich und Genf. Sie hatte 2016 die Cyprus Airways ersetzt, die während der schweren Finanzkrise auf Zypern im Jahr 2015 pleite gegangen war.

Politik fürchtet weitere Airline-Pleiten

Nach Einschätzung der Bundesregierung kann der zunehmende Wettbewerbsdruck am europäischen Himmel noch weitere Pleiten in der Branche nach sich ziehen. "Der erhöhte Wettbewerbsdruck kann im Ergebnis zu weiteren unternehmerischen Umstrukturierungen, wie auch Insolvenzen, führen", zitierte das "Handelsblatt" am Donnerstag aus einer Regierungsantwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion.

"Notwendig ist eine gesetzliche Regelung, die Fluggesellschaften verpflichtet, eine Versicherung für die Rückholung gestrandeter Passagiere abzuschließen", sagte der FDP-Politiker Reinhard Houben der Zeitung. Die Kosten hierfür könnten über die Ticketpreise finanziert werden.

Die Regierung müsse das Thema entweder auf die europäische Agenda bringen oder selbst aktiv werden. "Die Insolvenz einer Fluggesellschaft darf nicht erneut zum Risiko für den Bundeshaushalt werden", sagte Houben mit Blick auf die Pleite von Air Berlin.

Von: pra mit Material von AFP und dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • A319 von Germania. Germania tritt Insolvenzgerüchten entgegen

    Seit längerer Zeit ranken sich diverse Gerüchte um die Finanzkraft von Germania. Nun tritt die Airline den Spekulationen offensiv entgegen: Man prüfe derzeit Optionen, um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu sichern. Die Probleme kündigten sich nach airliners.de-Recherchen lange an.

    Vom 08.01.2019
  • Boeing 737 von Ryanair. Ryanair bereitet sich auf harten Brexit vor

    Im Frühjahr noch wollte Ryanair britische Aktionäre entmündigen, um als EU-Airline nach einem harten Brexit auf dem Kontinent weiterfliegen zu können. Nun sind die Pläne für das "No Deal"-Szenario versöhnlicher.

    Vom 25.10.2018
  • Eine Boeing 737 der Sun Express landet in Stuttgart. Sun Express erweitert Flotte auf 80 Jets

    Sun Express will im nächsten Sommer mit einer Rekordflotte fliegen. Wachstum soll erneut das Türkei-Verkehr bringen. Dafür werden neben neuen Boeing 737 Max auch wieder Wet-Lease-Maschinen eingesetzt.

    Vom 11.12.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus