Chinesische HNA Group zeigt großes Interesse am Flughafen Hahn

24.02.2016 - 12:03 0 Kommentare

Derzeit aussichtsreichster Bieter für den Flughafen Hahn soll laut einem Medienbericht die chinesische HNA Group sein. Der Großkonzern hat sich unter anderem auf die Luftverkehrsbranche spezialisiert.

Passagiermaschinen stehen auf dem Vorfeld des Flughafens Hahn - © © dpa - Thomas Frey

Passagiermaschinen stehen auf dem Vorfeld des Flughafens Hahn © dpa /Thomas Frey

Nach einem Zeitungsbericht verdichten sich die Hinweise, dass der Flughafen Hahn an einen chinesischen Investor verkauft wird. Beste Chancen für den Kauf des Hunsrückflughafens hat die HNA Group, schriebt der "Trierischer Volksfreund". Auch beim zweiten potenziellen Bieter soll es sich um chinesische Investoren handeln.

Bereits Mitte Januar war aus Kreisen der Luftfahrt bestätigt worden, dass mindestens einer der drei verbliebenen Bieter aus dem Reich der Mitte komme und sich den kriselnden Airport bereits angeschaut habe. Hahn-Aufsichtsratschef Salvatore Barbaro sprach von "substanziellen Angeboten", hüllte sich aber ansonsten in Schweigen.

Die HNA-Gruppe ist ein milliardenschwerer chinesischer Großkonzern, der international unter anderem im Hotel- und Tourismusgeschäft sowie im Flughafenmanagement aktiv ist. Neben Hainan Airlines, der viertgrößten chinesischen Fluggesellschaft, gehören zahlreiche weitere Airlines zum Konzern - auch aus dem Luftfrachtbereich.

An Yangtze River Express beteiligt

So ist die HNA Group unter anderem an der Frachtairline Yangtze River Express beteiligt. Diese hatte sich im Frühjahr 2015 vom Hahn verabschiedet und war an den Flughafen München gewechselt. Der Rückzug der Yangtze River Express vom Hunsrückflughafen könnte strategischer Natur gewesen sein, vermutet nun der "Volksfreund". Die Frachtairline war mit rund 30 Prozent Cargoaufkommen der größte Kunde des Flughafens - und ein deutlicher Rückgang des Frachtaufkommens könnte sich auch auf den Kaufpreis auswirken.

Bereits Mitte Dezember hatte die "Allgemeine Zeitung" unter anderem von einem chinesischen Kaufinteressenten berichtet. Wie die Zeitung mit Verweis auf eigene Informationen damals schrieb, soll er 60 Millionen Euro dafür verlangt haben, dass er den Hahn übernimmt.

© Swissport, Lesen Sie auch: Chinesische HNA Group übernimmt Abfertiger Swissport

Bis zum Frühjahr soll der Flughafen Hahn verkauft sein. Offen ist derzeit, ob es noch vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 13. März dazu kommen wird. "Wir werden den Verkaufsprozess weder beschleunigen noch verzögern", zitierte der "Volksfreund" die rheinland-Pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

© dpa, Thomas Frey Lesen Sie auch: Fünf Fragen an den Chef des Flughafens Hahn

2016 wird am Hunsrückflughafen ein Defizit von fast 16 Millionen Euro erwartet. Der Airport gehört zu 82,5 Prozent Rheinland-Pfalz und zu 17,5 Prozent Hessen. Beide Bundesländer wollen ihre Anteile am früheren US-Militärflughafen verkaufen. Die EU-Kommission in Brüssel hatte im vergangenen Jahr in zwei Beihilfeverfahren frühere Subventionen des Landes für den Airport gebilligt und so den Weg für einen Verkauf freigemacht.

Von: gk
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