China erleichtert Marktzugang für Flugzeugbauer

17.04.2018 - 17:34 0 Kommentare

China kündigt an, seinen Markt stärker für ausländische Unternehmen zu öffnen. Hersteller von Autos, Flugzeugen und Schiffen sollen künftig nicht mehr auf inländische Partner angewiesen sein. Davon profitieren auch Airbus und Boeing.

Fertigungshalle des Airbus A320 in Tianjin: Bis 2020 will der Flugzeughersteller 184 Maschinen an chinesische Gesellschaften ausliefern. - © © airbus -

Fertigungshalle des Airbus A320 in Tianjin: Bis 2020 will der Flugzeughersteller 184 Maschinen an chinesische Gesellschaften ausliefern. © airbus

China will seinen Markt bei Autos, Flugzeugen und Schiffen ganz für ausländische Konzerne öffnen. Flugzeughersteller wie Airbus sollen für Geschäfte in dem Land bald nicht mehr auf einheimische Partner angewiesen sein, wie die staatliche Kommission für nationale Entwicklung und Reformen mitteilte.

Noch in diesem Jahr soll die Begrenzung für ausländische Beteiligungen etwa beim Bau von Elektroautos, Flugzeugen und Schiffen fallen.

Ausländische Flugzeugbauer sind in China mit eigenen Betriebsstätten aktiv. So betreibt der europäische Hersteller Airbus im chinesischen Tianjin seit 2008 ein Endmontagewerk für seine A320-Mittelstreckenjets und seit 2017 auch ein Ausstattungswerk für die Großraumjets der A330-Reihe, in dem die Flieger lackiert und etwa mit Sitzen und Toiletten ausgestattet werden. An beiden Werken ist die Aviation Industry Corporation of China (Avic) beteiligt.

© Boeing, Lesen Sie auch: Boeing bestätigt Bau von Werk in China

Der US-Flugzeugbauer Boeing hat vor rund einem Jahr mit dem Bau eines Auslieferungswerks für seine Mittelstreckenjets der 737-Reihe in China begonnen. Partner ist der chinesische Konkurrent Comac, der selbst sein erstes Flugzeug dieser Größenordnung entwickelt und 2017 erstmals in die Luft geschickt hat. Die angedrohten Strafzölle Chinas auf Flugzeuge aus den USA würden ausgerechnet dieses Flugzeugsegment von Boeing treffen.

Öffnung für die Autoindustrie ab 2020

Die klassische Autoindustrie ist etwas später an der Reihe. So soll die Grenze für ausländische Beteiligungen an Nutzfahrzeug-Herstellern im Jahr 2020 fallen, im Pkw-Geschäft 2022.

Bisher dürfen ausländische Autobauer in dem Land nur aktiv sein, wenn sie dafür Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischen Firmen gründen. An diesen dürfen sie nicht mehr als die Hälfte der Anteile halten. VW und BMW begrüßten die geplante Liberalisierung für Investitionen in China.

Von: br mit Material dpa-AFX
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