China und Deutschland wollen Luftverkehrsabkommen neu verhandeln

17.07.2015 - 11:30 0 Kommentare

Das bestehende deutsch-chinesische Luftverkehrsabkommen soll ausgeweitet werden. Beide Seiten sollen an einer Erhöhung der Frequenzen interessiert sein, erfuhr airliners.de aus Airlinekreisen.

Der dritte Airbus A380 der Lufthansa wird am 2.9.2010 auf den Namen "Beijing" getauft.

Der dritte Airbus A380 der Lufthansa wird am 2.9.2010 auf den Namen "Beijing" getauft.
© Lufthansa

Ein Airbus A340 der Air China überquert die Autobahn in Frankfurt

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© dpa

Hainan Airlines Airbus A330 in Berlin

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© Berliner Flugh

Erstflug der Yangzte River Express vom Flughafen München nach China

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© FMG - Alex Tino Friedel

Boeing 777-F der China Southern.

Boeing 777-F der China Southern.
© airteamimages.com - Rudi Boigelot

Ein Airbus A330-200 der China Eastern landet am 30.08.2011 auf dem Flughafen in Hamburg.

Ein Airbus A330-200 der China Eastern landet am 30.08.2011 auf dem Flughafen in Hamburg.
© dpa - Christian Charisius

China und Deutschland wollen demnächst über eine neue Ausgestaltung des bestehenden bilateralen Luftverkehrsabkommens verhandeln. Wie airliners.de aus Airlinekreisen erfuhr, soll es bei den für August anvisierten Gesprächen in Berlin nicht um eine grundlegende Neugestaltung gehen. Vielmehr seien beide Seiten an einer Ausweitung der Angebote in den jeweils anderen Staat interessiert.

Das Bundesverkehrsministerium wollte das im Detail auf Anfrage nicht bestätigen. Die Zuteilung von Frequenzen erfolge grundsätzlich auf Antrag eines Luftfahrtunternehmens bei der zuständigen Genehmigungsbehörde seines Heimatstaates. Sollten weniger Frequenzen frei zur Verfügung stehen, als beantragt wurden, könne die Genehmigungsbehörde ein sogenanntes "Allokationsverfahren" beziehungsweise "Aufteilungsverfahren" durchführen.

Das Abkommen zwischen Deutschland und China stammt aus dem Jahr 1978 und wurde zuletzt 1995 geändert. In den nicht öffentlichen Noten zum Abkommen ist unter anderem eine Deckelung der wöchentliche Flüge festgeschrieben, wie airliners.de erfuhr.

Lufthansa als einzige deutsche Airline nach China

Im aktuellen Sommerflugplan steuern Fluggesellschaften aus Mainland-China im regelmäßigen Liniendienst Berlin-Tegel, Düsseldorf, Frankfurt und München an. Im Detail sind das Air China, China Eastern Airlines, China Southern Airlines, Hainan Airlines und die Frachtairline Yangtze River Express.

Als einzige deutsche Fluggesellschaft bietet die Lufthansa derzeit Flüge zwischen der Bundesrepublik und Zielen in China an. Die Airline steuert ab Frankfurt und München aktuell unter anderem die Airports in Nanjing, Peking, Shanghai und Shenyang an. Die Linienverbindungen im Überblick:

Linienverbindungen zwischen Deutschland und Mainland-China
Air China Düsseldorf (DUS)- Beijing Capital (PEK)
Frankfurt (FRA) - Beijing Capital (PEK), auch Air China Cargo
Frankfurt (FRA) - Chengdu Shuangliu International (CTU)
Frankfurt (FRA) - Shanghai Pudong International (PVG), auch Air China Cargo
München (MUC) - Beijing Capital (PEK)
München (MUC) - Shanghai Pudong International (PVG)
China Eastern Airlines Frankfurt (FRA) - Shanghai Pudong International (PVG)
China Southern Airlines Frankfurt (FRA) - Changsha Datuopu (CSX)
Frankfurt (FRA) - Guangzhou Baiyun (CAN), auch China Southern Cargo
Frankfurt (FRA) - Shanghai Pudong International (PVG)
Hainan Airlines Berlin Tegel (TXL) - Beijing Capital (PEK)
Lufthansa Frankfurt (FRA) - Beijing Capital (PEK), auch Lufthansa Cargo
Frankfurt (FRA) - Chongqing Jiangbei (CKG), Lufthansa Cargo
Frankfurt (FRA) - Guangzhou Baiyun (CAN), Lufthansa Cargo
Frankfurt (FRA) - Nanjing Lukou International (NKG)
Frankfurt (FRA) - Qingdao Liuting International (TAO)
Frankfurt (FRA) - Shanghai Pudong International (PVG), auch Lufthansa Cargo
Frankfurt (FRA) - Shenyang Taoxian International (SHE)
München (MUC) - Beijing Capital (PEK)
München (MUC) - Shanghai Pudong International (PVG)
Yangtze River Express (Cargo) München (MUC) - Shanghai Pudong International (PVG)
München (MUC) - Tianjin Binhai International (TSN)

Quelle: ch-aviation, Stand 17.07.2015

Deutschlands größte Airline dürfte von einer Erweiterung der Frequenzen profitieren. Die Lufthansa kämpft derzeit im Asiengeschäft vor allem mit der Konkurrenz aus den Golfstaaten sowie der Türkei. Die Nahost-Airlines schaffen es über günstige Endkundenangebote, immer mehr Reisende zwischen Europa und Asien über ihre Drehkreuze abzuwickeln.

© AirTeamImages.com, BaoLuo Lesen Sie auch: Landerechte für Golf-Airlines könnten europaweit geregelt werden

Nicht zuletzt wegen der aktuell nur vorübergehend genehmigte Codesharing-Flüge der Air Berlin mit Etihad Airways aus Abu Dhabi werden die Details zum Abkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten derzeit ebenfalls neu verhandelt.

Von: dh, ch
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