Bergung eines Behälters mit Chlorsulfonsäure am 17.5.2011 am Flughafen Lübeck.
© dpa - Wolfgang Langenstrassen
Bergung eines Behälters mit Chlorsulfonsäure am 17.5.2011 am Flughafen Lübeck.
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Bergung eines Behälters mit Chlorsulfonsäure am 17.5.2011 am Flughafen Lübeck.
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Flugzeugteile einer aus dem Zweiten Weltkrieg stammenen Messerschmitt 110 und einer Heinkel 111. Die
- Wolfgang Langenstrassen
Feuerwehreinsatz nach starker Rauchentwicklung auf einer Wiese am Flughafen Lübeck am 16.4.2011
© dpa - Presse-Nord-Benjamin Langer
Am Flughafen Lübeck ist am Dienstag ein Behälter mit Chlorsulfonsäure aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen worden. Mitarbeiter einer Spezialfirma hoben den Metallkanister aus der Erde und setzten ihn in einen säurefesten Transportbehälter. Er soll Mittwoch zur Verbrennung in die Sonderabfallverbrennungsanlage (Sava) in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) gebracht werden. Die Aktion sei problemlos verlaufen, sagte der Koordinator der Bergung, Hans-Ulrich Mücke. «Es lief alles so, wie wir das nach den geotechnischen Voruntersuchungen erwartet hatten», sagte er. Die Chemikalie wurde im Zweiten Weltkrieg zur Vernebelung von Angriffszielen benutzt.
Eine zweite vermutete Altlast in unmittelbarer Nähe des Nebeltopfes entpuppte sich dagegen am Dienstag als harmloser Schrott. Die von einem Metalldetektor im Boden georteten Metallteile waren Reste alter Flugzeuge, darunter Propellernaben einer Messerschmitt ME 110 und einer Heinkel He 111. Beide Flugzeugtypen wurden von der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg eingesetzt.
Vorsichtshalber war der Flughafen am Nachmittag gesperrt worden, während der eigentlichen Bergung ruhte auch der Verkehr auf der direkt am Flughafen vorbei führenden Bundesstraße 207. Doch anders als Ende April, als der auf dem Flughafengelände aufsteigende Qualm auch für Flugausfälle gesorgt hatte, waren am Dienstag keine Linienflüge betroffen. «Wir haben die Bergung extra in eine Zeit gelegt, in der keine Linienmaschinen starten oder landen. Die Sperrung betrifft also nur Privatmaschinen», sagte Flughafengeschäftsführer Jürgen Friedel.
Kaum hatte am Dienstag ein Bagger die Schutzschicht aus Sand und Plastikfolie abgetragen, die Ende April über die Austrittsstelle gebreitet worden war, stieg wieder ätzender Qualm auf. Nur in gelben Schutzanzügen und mit Atemschutzgeräten konnten sich sich die Fachleute der Grube mit dem 80 Liter fassenden Metallbehälter nähern. Sie stülpten Plastikfolie über den Kanister, verschnürten ihn, dann hob ein Bagger ihn aus der Grube und bugsierte ihn in ein säuredichtes Überfass.
«Es war so, wie wir vermutet hatten. Der Kanister hatte an der Seite ein Loch, durch das Säure ausgelaufen war. Deshalb mussten wir auch etwa 15 Kubikmeter Erdreich auskoffern», berichtete Mücke. Was die Aktion kosten wird und wer sie bezahlt, ist nach Angaben Möllers noch unklar. «Wir werden prüfen, ob die Bundesrepublik Deutschland als Rechtsnachfolgerin des Deutschen Reiches einen Teil der Kosten übernehmen muss», sagte der Senator.
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