Cebit: Intel zeigt den Volocopter und Huawei den Smart Airport 2.0

15.06.2018 - 15:59 0 Kommentare

Zwei klassische IT-Konzerne nutzen die Cebit in Hannover für die Präsentation ihrer Sicht auf die Zukunft der Luftfahrt. Es geht um autonome Riesendrohnen als Taxi und Flughäfen, die stärker vernetzt werden.

Intels Cebit-Stand bestand hauptsächlich aus der Volocopter-Präsentation. - © © airliners.de - Andreas Sebayang

Intels Cebit-Stand bestand hauptsächlich aus der Volocopter-Präsentation. © airliners.de /Andreas Sebayang

Das Thema Verkehr ist auf der zu Ende gehenden Cebit in diesem Jahr zu einem wichtigen Thema geworden - und das schließt die Luftfahrt ein. Das zeigten die beiden IT-Unternehmen Huawei und insbesondere Intel mit einem Fokus auf Mobilität. Bei Intel war die Luftfahrt und nicht die klassischen Computertechnik das dominierende Thema.

So zeigte Intel etwa zusammen mit Volocopter den gleichnahmigen Multicopter (PDF-Datenblatt) zur Beförderung von Passagieren.

Der Multicopter mit einer Flugzeit von bis zu 30 Minuten arbeitet mit Flugsteuerungssoftware, die auch schon in den kleinen Drohnen zum Einsatz kommt. Die Hardware stammt natürlich nicht von Intel und fliegt auch schon länger. Auf der Cebit die akkubetriebene Drohne fliegen lassen, konnte Intel mangels Genehmigung nicht. Für die abendlichen Show-Einlagen des Cebit-Festival-Teils wurde aber eine Lichtshow mit kleinen Drohnen geboten.

Huawei will mit Honeywell und T-Systems konkurrieren

In ein anderes Feld ging es beim Nachbarstand des Netzwerkspezialists Huawei. Dieser nutze die Cebit für den Start des Smart Airport 2.0. Wie gehabt ist Smart Airport ein modulares System. Der Kunde kann sich aussuchen, ob er etwa ein Drohnenwarnsystem haben will, die örtliche Kommunikation verbessern möchte oder Bodenüberwachungsmaßnahmen effizienter durchführen möchte.

Die Neuerung mit der Version 2.0 ist die stärkere Verbindung der jeweiligen Smart-Airport-Module über eine Cloud-Plattform. So können Sensoren des Internets der Dinge (Internet of the Things, IOT) beispielsweise gesammelt sowie analysiert werden und ein Datenaustausch zwischen den Modulen ermöglicht werden.

Vereinfacht gesprochen könnte etwa eine verspätete Landung, die durch eine Drohne ausgelöst wird, direkt und automatisch bei der Zuweisung der Gepäckbänder Auswirkungen haben. Voraussetzung ist dann natürlich eine recht umfangreiche Installation. Im Angebot sind auch spezialisierte IOT-Sensoren, zur Positionsbestimmung von etwa Containern oder intelligente Rollfelld-Befeuerung, die Störungen selbst meldet.

Ein eigenes Mobilfunknetz ist Teil des Konzepts

Ein Kernbestandteil des Smart Airport ist E-LTE. Das E steht dabei für Enterprise und ist ein spezialisiertes LTE-Angebot mit einer Reichweite von zehn Kilometern und der Fähigkeit mindestens 10.000 gleichzeitige Verbindungen zu handhaben. Gerade für vielen kleinen IoT-Geräte ist das von Relevanz. Die mobilen oder auch stationären Geräte sind nur mit dem E-LTE-Netzwerk kompatibel und können nicht beispielsweise mit LTE von der Deutschen Telekom oder Vodafone genutzt werden. Vergleichbar ist das etwa mit LTE-R (Rail), die Mobilfunktechnik für Eisenbahnen. Tatsächlich werden in China etwa mitunter die selben Frequenzen genutzt, wie Huawei auf Nachfrage sagte.

Das E-LTE-System lässt sich natürlich nur nutzen, wenn es einen Frequenzbereich für Verkehrsunternehmen gibt, der genutzt werden darf. Ob das Angebot aufgebaut werden kann ist also von den Rundfunk-Regulierungsbehörden der Länder abhängig. Im Unterschied zu WLAN-Infrastruktur braucht es für E-LTE nur eine Handvoll Basisstationen, um einen Flughafen funktechnisch auszuleuchten, was Kostenvorteile bei Verkabelung aber auch der Anzahl der installierten Infrastrukturkomponenten verspricht.

Huawei wird mit seiner Lösung verstärkt in Konkurrenz zu anderen Smart-Airport-Anbietern wie etwa T-Systems und Honeywell gehen, die bereits etabliert sind. Für Huawei ist das Thema in Europa noch vergleichsweise neu, Erfahrungen kann das Unternehmen vor allem in Asien vorweisen. Hierzulande dürfte Huawei den meisten als Smartphone-Hersteller bekannt sein. In Netzwerkfachkreisen ist das in Shenzhen beheimatete Unternehmen auch mit seiner Mobilfunktechnik bekannt und ist einer der größten Netzwerkausrüster.

Von: as
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