Machtkampf um Cargolox-Technik

Cargolux in Turbulenzen

19.09.2012 - 14:40 0 Kommentare

Die Konflikte innerhalb der luxemburgischen Frachtfluglinie Cargolux nehmen zu. Auslöser sind ein Sparprogramm sowie strategische Änderungen, die der Vorstand umsetzen will. Die Arbeitnehmervertretungen laufen Sturm.

Cargolux

Cargolux
© Cargolux

Boeing 747-8F von Cargolux

Boeing 747-8F von Cargolux
© Boeing

Bei Cargolux verdichten sich die Anzeichen eines internen Machtkampfes zwischen Teilen des Managements und der Belegschaft. Offen ausgebrochen ist der Konflikt jetzt nach Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden Richard Forson. Dieser hatte öffentlich angekündigt, sämtliche Prozessabläufe auf den Prüfstand zu stellen, um die Erlöse zu erhöhen und die Kosten zu senken. Nur so könne das Überleben der Fluglinie langfristig gesichert werden, sagte Forson.

Einen zentralen Punkt im Konzept des CEO stellt die Wartung der Flotte dar. Diese Arbeiten werden gegenwärtig noch am Heimatflughafen Luxemburg Findel durch die firmeneigene Cargolux Technik erledigt. Forson zufolge sollen diese Tätigkeiten an kostengünstigere externe Anbieter übertragen werden.

Speziell der Plan, die Technik auszulagern und durch Fremdanbieter betreiben zu lassen, wird vom Onafhängege Gewerschaftsbond Letzebuerg (OGBL) massiv infrage gestellt. Das Vorhaben habe zu einer hohen Verunsicherung der Mitarbeiterschaft geführt und große Verärgerung verursacht, sagte der für Luftfahrt beim OGBL zuständige Sekretär, Hubert Hollerich, auf Anfrage.

Verwundert zeigte sich Hollerich auch darüber, dass die Leitungsgremien der Fluggesellschaft es abgelehnt hätten, das Vorhaben gegenüber der Arbeitnehmervertretung zu begründen und die Pläne offenzulegen. Nur durch massiven Druck sei es gelungen, das Management zum Kurswechsel zu bewegen. Das Sparpaket und die Zukunft der Flugzeugwartung sollen nun auf einer Sitzung von Cargolux-Vorständlern und OGBL-Vertretern am Freitag dieser Woche im Detail erörtert werden.

Die Fluggesellschaft, an der Qatar Airways seit letztem Jahr mit 35 Prozent der Anteile beteiligt ist, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust von 13,7 Millionen Euro gemacht. Die Airline beförderte in dem Zeitraum 658.800 Tonnen Fracht.

Von: Heiner Siegmund, cargoforwarder.eu
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