Bundesumweltministerin: Könnten Flüge von Düsseldorf nach Weeze verlagern

17.02.2017 - 10:00 0 Kommentare

Flüge vom Airport Düsseldorf nach Weeze verlagern? Für Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ist das eine Option. Der Düsseldorfer Flughafen will jedoch selbst wachsen. Er ringt gerade um die geplante Kapazitätserweiterung.

Terminal am Airport in Düsseldorf - © © Flughafen Düsseldorf - Andreas Wiese

Terminal am Airport in Düsseldorf © Flughafen Düsseldorf /Andreas Wiese

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks unterstützt die Idee, Flüge vom Airport Düsseldorf nach Weeze zu verlagern. "Als Abgeordnete aus NRW sage ich: Ja, das könnte eine gute Idee sein, aber nur, wenn sich die Flughäfen, die Airlines und nicht zuletzt die Anwohner auf eine stärkere Nutzung von Weeze verständigen", sagte die SPD-Politikerin jetzt der "Rheinischen Post".

"Zwischen den Airports in Nordrhein-Westfalen gibt es Wettbewerb um neue Strecken und Verbindungen, aber keine Kannibalisierung", teilte der Flughafenverband ADV auf Anfrage von airliners.de mit. "Über die Aufnahme von Flügen entscheiden Passagiere und Airlines mit ihrer Nachfrage, nicht die Politik." Bestrebungen, Luftverkehrsverbindungen durch staatliche Eingriffe zu lenken, seien stets gescheitert.

Der Flughafen Düsseldorf argumentiert ähnlich. "Luftverkehr lässt sich nicht landespolitisch reglementieren, er folgt der Nachfrage", hieß es. "Fluggesellschaften können auf Basis weltweit geltender Regelungen eigenständig entscheiden, welchen Flughafen sie anfliegen möchten und für welche Art Verkehr sie die ihr zugeteilten Start- und Landerechte nutzen möchten."

Flughafen Düsseldorf will Kapazitäten erhöhen

Hendricks, zu deren Wahlkreis Kleve auch Weeze gehört, unterstützt mit ihrer Aussage die Grünen in Nordrhein-Westfalen. Diese hatten vorgeschlagen, die Urlaubsflieger von Düsseldorf auf die kleineren Airports mit geringerer Nachfrage wie zum Beispiel Weeze zu verteilen. Gleichzeitig wolle die Partei mit diesem Plan die beantragte Kapazitätserweiterung des Flughafens Düsseldorf verhindern, heißt es bei der "Rheinischen Post".

Der nach Passagierzahlen drittgrößte Airport Deutschlands möchte seine vorhandenen technischen Kapazitäten besser nutzen und hat deshalb eine Änderung der Betriebsgenehmigung beantragt. Der Flughafen will so der Nachfrage besser gerecht werden.

 © dpa, Marius Becker Lesen Sie auch: Flughäfen wollen NRW-Landesentwicklungsplan nicht hinnehmen

Das Projekt ist jedoch umstritten. Kritiker befürchten unter anderem eine stärkere Belastung der Anwohner durch Fluglärm. Derzeit läuft eine Anhörung, bei der vor allem die Gegner das Wort haben. Hendricks sagte: "Es lässt sich tatsächlich nicht vermeiden, dass auch Flughäfen in prosperierenden Ballungsräumen wachsen müssen."

In Nordrhein-Westfalen gibt es mit Düsseldorf, Köln-Bonn, Münster/Osnabrück, Dortmund, Paderborn/Lippstadt und Weeze gleich mehrere Flughäfen. Die Airports in Düsseldorf und Köln-Bonn konnten das vergangene Jahr jeweils mit einem Passagierrekord abschließen. Die kleineren genannten Standorte verbuchten jeweils einen Rückgang zwischen drei und neun Prozent.

So verteilten sich die Passagiere an den NRW-Airports 2016
Fluggäste
Düsseldorf 23500000
Köln-Bonn 11900000
Dortmund 1900000
Weeze 1850000
Münster/Osnabrück 787000
Paderborn/Lippstadt 706000

Angaben gerundet, Quelle: Airport-Angaben/ADV

Generell ist an deutschen Flughäfen die Tendenz zu beobachten, dass die größeren Airports in Deutschland wachsen und die kleineren schrumpfen. Einige der kleineren Flughäfen hatten die Entwicklung mit dem schwierigen Umfeld (Streiks, Terroranschläge, politische Unruhen) begründet. Dazu kommt, dass sich die Billigflieger in letzter Zeit stärker aus der Fläche zurückziehen und auf die größeren Airports drängen.

Von: ch
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