Bundespolizei sieht sich bei Sicherheitskontrollen gut aufgestellt

21.03.2019 - 18:03 0 Kommentare

Die Bundespolizei verortet die eingesetzte Technik und die Kapazität der Sicherheitskontrollen an den deutschen Flughäfen in der Weltspitze und verspricht weitere Investitionen. Sorgen bereitet das Thema Drohnen.

Schild einer Fluggastkontrolleurin - © © dpa -

Schild einer Fluggastkontrolleurin © dpa

Die Bundespolizei weist Vorwürfe bezüglich zu langwieriger und technisch veralteter Kontrollen an den Flughäfen zurück. Bundespolizeipräsident Dieter Romann verwies am Donnerstag bei einer Sicherheitstagung in Potsdam vor allem auf neue Kontrollspuren, die in Hamburg und Frankfurt im Einsatz sind.

Nach einem Chaos-Sommer für viele Fluggäste hatten sich Politik und Wirtschaft im vergangenen Jahr auf Schritte gegen Verspätungen und Ausfälle geeinigt. Dazu zählten auch neue Kontrolllinien. "In Spitzenzeiten werden wir damit bis zu 500 Fluggäste mit den neuen Kontrollstellen jede Stunde kontrollieren können", sagte er.

An den 14 Flughäfen, für die die Bundespolizei in Deutschland zuständig ist, wurden nach Angaben von Romann in den vergangenen zwei Jahren fast alle 400 Kontrollstellen mit besserer Software zur Erkennung kleinster Mengen von Sprengstoff ausgestattet.

Zudem seien rund 200 Sicherheitsscanner für die Personenkontrolle installiert worden. "Das sind absolute Spitzenwerte auch im internationalen Vergleich", sagte Romann. Die Bundespolizei werde auch künftig massiv in neue Technologien und Verfahren für Sicherheitskontrollen investieren.

Drohnen bleiben Sicherheitsproblem

Romann warnte derweil vor Sicherheitslücken wegen einer fehlenden Abwehr gegen Drohnen an Flughäfen. Der Behördenpräsident warnte davor, dass in Deutschland ein ähnlicher Fall wie 2018 in Gatwick bei London möglich ist. "Uns allen dürfte klar sein, dass eine solche Situation auf einem deutschen Flughafen jederzeit eintreten kann", sagte Romann. Es gebe derzeit keine tauglichen Drohnenabwehrsysteme für Flughäfen, die in städtischen Gebieten Drohnen sicher erkennen, identifizieren oder im Zaum halten könnten.

Der Bundespolizeipräsident sieht bei der Erkennung von Drohnen auch die Flughafenbetreiber und die Deutsche Flugsicherung gefragt. Er gehe davon aus, dass die Deutsche Flugsicherung Möglichkeiten entwickle, Drohnen im Luftraum zu erkennen. Die Bundespolizei leiste ebenfalls ihren Beitrag - nämlich wenn es um eine Gefahr gehe. Es dürfe nur keine Debatte über Zuständigkeiten geben. "Wegducken ist nicht", sagte Romann.

© dpa, John Stillwell Lesen Sie auch: Londoner Airports setzen Anti-Drohnen-Technologie ein

Der Flughafen in Gatwick bei London war kurz vor Weihnachten mehrere Tage durch Drohnen lahmgelegt worden. Dort waren rund 140.000 Passagiere von gestrichenen oder umgeleiteten Flügen betroffen. "Die technischen Fortentwicklungen zur kommerziellen Nutzung von Drohnen bis hin zu autonomen Lufttaxitransporten wird kaum aufzuhalten sein - und das will auch niemand", sagte Romann. "Aber dem missbräuchlichen Einsatz, sei es als fliegender Sprengsatz oder nur als störendes Spielzeug, muss entschieden entgegengetreten werden."

Von: dk mit dpa
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