Bundespolizei mahnt mehr Sicherheit an deutschen Airports an

17.02.2017 - 09:30 0 Kommentare

Mehrfach sind Flughäfen in der jüngsten Vergangenheit Ziele von Terroranschlägen geworden. In Potsdam diskutieren mehrere hundert Experten, wie den neuen Bedrohungen im Luftverkehr begegnet werden kann.

Polizisten besprechen sich im Hamburger Flughafen. - © © dpa - Axel Heimken

Polizisten besprechen sich im Hamburger Flughafen. © dpa /Axel Heimken

Mit Blick auf die beiden Terroranschläge auf den Flughäfen in Istanbul und Brüssel im vergangenen Jahr hat der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann, mehr Sicherheit auf den deutschen Airports angemahnt. Diesem Ziel dienten auch drei Pilotprojekte an den Flughäfen in Hamburg, Berlin-Schönefeld und Köln/Bonn, bei denen unter anderem Passagierkontrollen und Einsatz des Sicherheitspersonals optimiert werden sollen, sagte er jetzt zu Beginn der zweitägigen Luftsicherheitstage in Potsdam. Zugleich warnte Romann: "Die Sicherheit darf nicht Tempo oder Gewinnstreben geopfert werden."

Nach den Worten des Präsidenten der Bundespolizeidirektion Berlin, Thomas Striethörster, haben die Anschläge auf den Airports in Istanbul und Brüssel auch zu Konsequenzen für die Sicherheit in Berlin geführt. So seien die Einsatzkonzepte an den Flughäfen und Bahnhöfen überarbeitet und eine neue bewaffnete Einsatzeinheit für kritische Situationen gebildet worden.

Bundespolizei verstärkt sich personell

Die Bundespolizei habe insgesamt 7000 neue Kräfte eingestellt, die jedoch erst nach Abschluss ihrer Ausbildung 2019 ihren Dienst beginnen könnten, so Striethörster weiter. Zudem sei geplant, die Beobachtung verdächtiger Personen zu intensivieren und mehr Videotechnik einzusetzen. Dazu werde demnächst an großen Bahnhöfen eine videobasierte Gesichtserkennung erprobt.

Der Präsident des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW), Gregor Lehnert, wies Forderungen der beiden großen Polizeigewerkschaften zurück, die eine Bündelung der Sicherheitsaufgaben an den Airports in der Zuständigkeit des Bundes verlangen. Die Zusammenarbeit an den Flughäfen zwischen privaten Dienstleistern und der Bundespolizei habe sich bewährt. Dies habe auch die Bundespolizei bestätigt.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Neues Sicherheitskontroll-System wird am Flughafen Köln/Bonn getestet

Lehnerts Angaben zufolge haben private Luftsicherheitsassistenten im Vorjahr deutschlandweit an Flughäfen rund 41.000 verbotene Gegenstände bei den Passagierkontrollen festgestellt, darunter 891 Schusswaffen , fast 7000 Schusswaffen-Nachbildungen und 2400 Gegenstände aus Sprengstoff- und Munitionsteilen.

Auf den Sicherheitstagen diskutieren 300 Experten von Polizei, Sicherheitswirtschaft und Politiker über neue Bedrohungen im Luftverkehr.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Politik will sich mit Security-Gebühren und Betriebszeiten beschäftigen

Von: ch, dpa
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