Bundespolizei: Keine Wunderlösung für einfachere Kontrollen

11.11.2011 - 11:59 0 Kommentare

Technische "Wunderlösungen" werden die Kontrollen an Flughäfen nach Ansicht der Bundespolizei in absehbarer Zeit nicht vereinfachen. Wichtiger seien ein noch größeres Sicherheitsbewusstsein sowie eine noch bessere Koordinierung zwischen Flughäfen, Fluggesellschaften und der Bundespolizei.

Bodyscanner am Flughafen Paris-Charles de Gaulle

Bodyscanner am Flughafen Paris-Charles de Gaulle
© dpa

Körperscanner im Testbetrieb am Flughafen Hamburg

Körperscanner im Testbetrieb am Flughafen Hamburg
© dpa - Marcus Brandt

Mitarbeiter der Bundespolizei demonstrieren am 27.04.2011 auf dem Flughafen Schönefeld bei Berlin einen neuartigen Flüssigkeits-Scanner.

Mitarbeiter der Bundespolizei demonstrieren am 27.04.2011 auf dem Flughafen Schönefeld bei Berlin einen neuartigen Flüssigkeits-Scanner.
© dpa - Tim Brakemeier

Im Checkpoint der Zukunft sollen die Passagierstr

Im Checkpoint der Zukunft sollen die Passagierstr
© IATA

Checkpoint der Zukunft: Gescannt wird im Tunnel.

Checkpoint der Zukunft: Gescannt wird im Tunnel.
© IATA

Checkpoint der Zukunft: Gescannt wird im Tunnel.

Checkpoint der Zukunft: Gescannt wird im Tunnel.
© IATA

Nach dem Ende des Versuchs mit sogenannten Körperscannern ist eine «technische Wunderlösung» für einfachere Passagierkontrollen an Flughäfen auf absehbare Zeit nicht in Sicht. Das erklärte der Leiter des Referats Luftsicherheit im Bundespolizeipräsidium, Steffen Richter, am Donnerstag am Hamburger Flughafen.

Auf der Jahrestagung des Luftfahrt-Presse-Clubs sprach sich Richter zugleich für ein noch größeres Sicherheitsbewusstsein aus. Nach wie vor bestehe eine hohe und spezifische Gefährdung des Luftverkehrs.

«Luftsicherheit ist eine gemeinsame Aufgabe von Behörden und den beteiligten Unternehmen.» Bei den Planungen und Forschungen für die Zukunft dürfe nicht nur nach der Kontrolltechnik gefragt werden. Zu prüfen sei auch, wie die künftigen Bedrohungen aussehen.

«Wir müssen das Bewusstsein sensibilisieren ohne zu dramatisieren», sagte Richter. Als Herausforderung nannte er unter anderem eine noch komfortablere Abfertigung der Passagiere auch in Verkehrsspitzenzeiten. Hierfür werde eine noch bessere Koordinierung zwischen Flughäfen, Fluggesellschaften und der Bundespolizei angestrebt. Dazu gehöre auch ein effizienter Personaleinsatz.

Ende August war am Hamburger Flughafen ein Test von sogenannten Körperscannern beendet worden. Die Auswertung hatte ergeben, dass die Scanner in knapp der Hälfte aller Fälle Fehlalarm gaben. Rund 800.000 Passagiere hatten die an Duschkabinen erinnernden Apparate freiwillig genutzt. Die Geräte sollten für mehr Sicherheit sorgen und den Passagieren gleichzeitig das lästige Abtasten ersparen. Die Scanner werden derzeit unter Laborbedingungen bei der Bundespolizei in Lübeck weiterentwickelt. Vor allem geht es dabei um die Software.

Die Bundespolizei bezeichnete Richter als «Rädchen im hochkomplizierten Uhrwerk» der Luftsicherheit. Sie ist dafür auf 14 deutschen Flughäfen im Einsatz und bedient sich bei den Kontrollen überwiegend privater Sicherheitsfirmen. Auf den 21 kleineren Flughäfen erfüllen die Länder im Auftrag des Bundes die Luftsicherheitsaufgaben.

Von: dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Das Display des Pilotenassistenzsystems LNAS (Low Noise Augmentation System) im A320. Lufthansa testet leiseres Anflugverfahren LNAS

    Das neue Pilotenassistenzsystem LNAS (Low Noise Augmentation System) soll leisere und effizientere Anflüge ermöglichen. Die Lufthansa baut das vom DLR entwickelte System nun in ihre Airbus-A320-Flotte ein und startet einen Langzeit-Test.

    Vom 03.05.2018
  • Mitabeiterin von Kötter Aviation Security. Wieder Ärger beim Sicherheitspersonal in Düsseldorf

    Der Sicherheitsdienstleister Kötter hat am Flughafen Düsseldorf weiter mit Personalproblemen zu kämpfen: Nun wurden die Pausenzeiten an den Kontrollen gekürzt - die Gewerkschaft Verdi schlägt Alarm wegen Überlastung der Mitarbeiter.

    Vom 20.04.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus