Bundeskartellamt genehmigt Deal zwischen Lufthansa und Air Berlin

30.01.2017 - 15:28 0 Kommentare

Die Lufthansa Group darf im Rahmen eines Wet-Lease-Vertrages Crews und Maschinen von Air Berlin mieten. Das Bundeskartellamt hat den Deal geprüft - und ihn jetzt gebilligt.

Flugzeuge der Lufthansa und der Air Berlin auf dem Düsseldorfer Flughafen. - © © dpa - Federico Gambarini

Flugzeuge der Lufthansa und der Air Berlin auf dem Düsseldorfer Flughafen. © dpa /Federico Gambarini

Die Lufthansa Group darf nach einer Überprüfung durch die Kartellwächter Flugzeuge von Air Berlin übernehmen. Das Unternehmen habe mit den neuen Maschinen die Möglichkeit, "zu expandieren", dieser Zuwachs sei jedoch "nicht ausreichend", um das Vorhaben zu untersagen, teilte das Bundeskartellamt jetzt in Bonn mit.

"Die Übernahme von Flugzeugen eines Wettbewerbers ist wettbewerblich anders zu bewerten als etwa die Übernahme des gesamten Unternehmens", sagte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt. So übernehme die Lufthansa von Air Berlin keine Start- und Landerechte.

Die Lufthansa Group will 38 Passagierflugzeuge inklusive Besatzung von Air Berlin leasen. Diese solle vor allem bei der Lufthansa-Billigplattform Eurowings, aber auch bei der Tochter Austrian Airlines zum Einsatz kommen. Der Deal war im Dezember beschlossen worden, er ist auf sechs Jahre angelegt. In diesem Sommer soll es losgehen.

Das Bundeskartellamt sah nach eigenen Angaben "komplexe Rechtsfragen" und "schwierige Sachverhaltsfragen" in dem Fall und wertete daher "umfassende Marktdaten" aus. Auch sei "mit vielen Martktteilnehmern" gesprochen worden. Dabei hätten sich mehrere Wettbewerber gegen die Freigabe ausgesprochen, Kunden und Reisevermittler dagegen hätten "mehrheitlich keine schweren wettbewerblichen Bedenken" gehabt.

Ryanair kritisiert Kooperation

Der irische Billigflieger Ryanair beispielsweise war beim Bundeskartellamt gegen die Pläne vorgegangen. Die Behörde sei sehr an den Einwänden interessiert gewesen, sagte O'Leary vor wenigen Tagen der Nachrichtenagentur Reuters. Denn durch die Kooperation würden auf innerdeutschen Routen Flugkapazitäten verschwinden und die Preise der Tickets steigen.

© dpa, EPA/Marco De Swart Lesen Sie auch: Ryanair kritisiert erneut Deal zwischen Air Berlin und Lufthansa

Air Berlin schreibt seit 2008 rote Zahlen, unterbrochen nur von einem kleinen Plus im Jahr 2012. Seit 2013 vergrößern sich die Verluste immer weiter. Das Unternehmen verkleinert deshalb seine Flotte auf 75 Maschinen und will mehr als 1000 Stellen streichen.

Außerdem wird im Rahmen des Umbaus die österreichische Tochter Niki verkauft. Sie verschmilzt mit dem Ferienflieger Tuifly zu einer neuen Airline. Am Mittwoch übernimmt der bisherige Lufthansa-Manager Thomas Winkelmann den Chefposten bei Air Berlin.

© dpa, Maja Hitij Lesen Sie auch: So will Air Berlin aus den roten Zahlen fliegen

Von: ch, AFP, dpa
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