Bund soll beim Lärmschutz mehr finanzielle Anreize für Airlines bieten

18.04.2017 - 17:20 0 Kommentare

Mindestens eine halbe Milliarde Euro für Investitionen der Luftverkehrsbranche in den Lärmschutz - das fordert eine Allianz aus Hessens Politik, Kommunen sowie der Luftfahrtbranche.

Triebwerk einer Boeing 737 - © © AirTeamImages.com - Matthias Geiger

Triebwerk einer Boeing 737 © AirTeamImages.com /Matthias Geiger

Eine breite Allianz aus Hessens Politik und Kommunen sowie der Luftverkehrsbranche hat den Bund aufgefordert, über ein millionenschweres Förderprogramm für mehr Lärmschutz im Luftverkehr zu sorgen. Es bestehe die Sorge, dass Deutschland wegen fehlender Investitionsmittel vom technisch möglichen Fortschritt abgehängt werde, erklärten die Initiatoren des Briefes.

Das Papier ist an an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CDU) und Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) gerichtet. Das Volumen des Programms soll mindestens 500 Millionen Euro betragen. Es kann auch mit EU-Mitteln flankiert werden.

Airlines sollen mit Geld Flotten erneuern

Das Geld sollten die Luftverkehrsgesellschaften beispielsweise in leisere Triebwerke investieren. Daneben müssten die bestehende Flotten mit technischen Neuerungen zur Navigation umgerüstet sowie die Luftfahrtunternehmen für die Nutzung der neuen Technologien qualifiziert werden, heißt es in dem Schreiben.

Die Ausstattung der Jets mit dem satellitengestützten Anflugsystem GBAS, das einen steileren Anflugwinkel ermöglicht, solle dabei besonders im Fokus stehen. Das System kommt beispielsweise auf allen drei Bahnen am Flughafen Frankfurt zum Einsatz.

Noch hat der Bund nicht reagiert

Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Matthias von Randow, und Fraport-Vorstandsmitglied Anke Giesen. Dazu kommen die Vorstände vom Forum Flughafen und Region, Landrat Oliver Quilling (CDU) vom Kreis Offenbach.

Des Weiteren haben Johann-Dietrich Wörner, Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), sowie der Vorsitzende der Frankfurter Fluglärmkommission, Raunheims Bürgermeister Thomas Jühe (SPD), unterschrieben. Eine Reaktion vom Bund auf den Vorstoß steht nach Angaben von Hessens Verkehrsministerium noch aus.

Von der Opposition jedoch kam bereits Kritik: Die Luftverkehrsindustrie bekomme bis 2019 bereits eine halbe Milliarde an zusätzlicher Förderung, erklärte der Obmann der Linken-Bundestagsfraktion im Verkehrsausschuss, Herbert Behrens. "Jetzt mit scheinheiligem Verweis auf den Lärmschutz noch mal das Gleiche zu fordern, lässt jeglichen Anstand vermissen."

Von: ch, dpa
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