Mögliches EU-Beihilfeverfahren Bürokratie könnte BER-Zeitplan kippen

19.07.2012 - 18:14 0 Kommentare

Der neue BER-Eröffnungstermin kann nicht nur an bautechnischen Problemen scheitern. Sollten Bund und Länder den Flughafen mit neuem Geld stützen müssen, könnte das EU-Beihilfeverfahren länger dauern als bis zum 17. März 2013.

Absperrbanderolen im Terminal des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld - © © dpa -

Absperrbanderolen im Terminal des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld © dpa

Der neue Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen in Schönefeld steht nach Einschätzung des brandenburgischen EU-Abgeordneten Christian Ehler (CDU) nicht nur wegen bautechnischer Probleme infrage. Auch ein mögliches EU-Beihilfeverfahren könnte den Zeitplan negativ beeinflussen, sagte Ehler am Donnerstag. Ein Beihilfeverfahren würde die EU einleiten, falls die Gesellschafter der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) - der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg - aufgrund massiv steigender Baukosten neues Kapital für den Airport locker machen müssten.

Ehler sagte, er werde in Brüssel auf eine zeitnahe Bearbeitung eines möglichen Beihilfeverfahrens dringen. Da sich der Kassensturz bei der FBB jedoch noch bis Mitte August hinziehe, sei der neue Eröffnungstermin 17. März 2013 schon jetzt anzuzweifeln. Die FBB und ihr neuer Technikchef Horst Amann wollen bei der nächsten Aufsichtsratssitzung am 16. August bekannt geben, ob der neue Zeit- und Kostenplan zu halten ist.

Bei der letzten Sitzung hatte die FBB die möglichen Mehrkosten für den Flughafen aufgrund von Erweiterungen und Verzögerungen beim Bau sowie eines ausgeweiteten Schallschutzprogramms auf knapp 1,2 Milliarden Euro beziffert. Laut Ehler müssten eventuelle neue staatliche Beihilfen bei der EU-Kommission angemeldet werden. Für ein formelles Prüfverfahren seien höchstens 18 Monate vorgesehen. Die bisherige Finanzierung des Flughafens hatte die EU-Kommission im Mai 2009 nach einem sechsmonatigen Beihilfeverfahren genehmigt.

Eine zeitliche und finanzielle Entlastung beim Bau des Flughafens bringt unterdessen ebenfalls eine Bestimmung der EU. Wegen der abgesagten Abschaffung der Flüssigkeitsbeschränkungen muss der Flughafen auch keine neuen Scanner installieren und damit verbunden auch keine erweiterten Check-in-Gebäude errichten.

Von: dapd mit airliners.de
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