Branchenagenda

Brussels-Streiks und Slot-Frist

14.05.2018 - 07:15 0 Kommentare

Beim Lufthansa-Konzern stehen neue Pilotenstreiks an: Brussels-Piloten wollen an zwei Tagen die Arbeit niederlegen - mit großen Folgen für Deutschland. Und im Ringen um Zeitnischen für den Winterflugplan läuft eine entscheidende Frist ab. Unsere Termine der Woche.

Brussels-Piloten im Cockpit einer A330. - © © AirTeamImages.com - Serge Bailleul

Brussels-Piloten im Cockpit einer A330. © AirTeamImages.com /Serge Bailleul

Die neue Woche beginnt mit neuen Streiks im Lufthansa-Konzern: Die Piloten von Brussels Airlines legen am Montag (14. Mai) und Mittwoch (16. Mai) die Arbeit nieder. Unter anderem weil der Kranich-Zukauf mittlerweile auch die Langstrecke von Eurowings mitbedient, fallen in der Folge der Arbeitskampfmaßnahmen etliche Flüge auch hierzulande aus. Rund 60.000 Fluggäste sollen europaweit betroffen sein. Die Piloten fordern unter anderem Klarheit über die weiteren Pläne von Lufthansa für Brussels. Anfang des Jahres war der Einfluss des Kranichs durch eine Neubesetzung der Brussels-Spitze ausgebaut worden.

Die Frage, ob Zahlungen der EU an Airbus als illegale Subventionen einzustufen sind, wird laut Medienberichten am Dienstag (15. Mai) von Richtern der Welthandelsorganisation (WTO) entschieden. Inzwischen ist der von den USA und deren Industriekonzern Boeing ausgelöste Streit seit 14 Jahren bei der WTO anhängig. Gegen das Urteil der Organisation von 2010 zu Ungunsten Airbus' ging der europäische Konzern vor. Die USA werfen mehreren EU-Regierungen (unter anderem den Airbus-Anteilseignern Deutschland und Frankreich) vor, Millionen zur Finanzierung neuer Flugzeugmodelle geben zu haben und dass Airbus diese "Starthilfen" nicht zurück zahlen muss.

Verkehrszahlen

Deutschlands größter Airport in Frankfurt präsentiert am Dienstag die Passagierzahlen für April 2018. Die Monatsstatistik wird wohl im Schatten des Verdi-Streiks beim Bodenpersonal stehen, in dessen Folge Lufthansa an einem Tag mehr als die Hälfte ihrer Flüge streichen musste. Gleichzeitig gibt Betreiber Fraport auch Einblick in die Entwicklung der weiteren Beteiligungen, zum Beispiel in Brasilien und Griechenland.

Seit Anfang des Jahres startet Billigflieger Easyjet auch in Berlin-Tegel. Über den dortigen Erfolg schweigt der Low-Cost-Carrier bislang und weist bei allen Verkehrsstatistiken seit dem darauf hin, dass die Passagierzahlen des Berliner Cityairports bislang außen vor bleiben. Dies soll sich in dieser Woche ändern. Denn am Dienstag legt Easyjet Zahlen für das erste Halbjahr des jährlich im Oktober beginnenden Geschäftsjahres vor. Dabei haben die Briten einen Fokus auf die Tegel-Entwicklungen angekündigt. Im Sommer haben sie 30 neue Strecken dort aufgenommen - den Winter wollen sie nutzen, um Doppelungen zwischen Schönefeld und Tegel im eigenen Flugplan zu eliminieren, kündigte Europachef Thomas Haagensen im Interview mit airliners.de an.

© Flughafen Berlin Brandenburg GmbH., Günter Wicker Lesen Sie auch: Easyjet passt Berlin-Flugplan an Analyse

Im Ringen um das inzwischen insolvente, ehemalige Air-Berlin-Meilenprogramm Topbonus findet am Mittwoch die erste Gläubigerversammlung in Berlin statt. Dabei informiert Abwickler Christian Otto die anwesenden Forderungsinhaber unter anderem über den weiteren Ablauf des Insolvenzverfahrens. Da die Finanzierung eines potenziellen neuen Inhabers des Bonusprogramms inzwischen gescheitert ist, werden die Gläubiger wohl anhand einer sehr geringen Insolvenzquote entschädigt.

Mitgliederzahlen von Topbonus
Mitglieder in Millionen
2008 1.3
2009 2.0
2010 2.4
2011 2.8
2012 3.1
2013 3.4
2014 3.7
2015 3.9
2016 4.1
2017 4.3

Quelle: Topbonus

Pflichttermin für die Cargo-Branche: Von Mittwoch bis Freitag (18. Mai) trifft sich die Logistikwelt bereits zum achten Mal auf der alle zwei Jahre stattfindenden Messe Transport Logistic China in Shanghai, um Kontakte zum chinesischen Markt zu knüpfen, zu pflegen oder auszubauen. Schwerpunkt ist das Forum zur chinesischen Handelsstrategie "One Belt One Road". Hier werden Herausforderungen, Probleme und Lösungen der neuen Seidenstraße zwischen China und Europa erörtert. Auch zahlreiche Fachleute von deutschen Airports reisen nach Shanghai.

Für Airlines läuft in dieser Woche eine wichtige Frist für die Planung des kommenden Winterportfolios ab. Am Donnerstag (17. Mai) müssen die Fluggesellschaften historische Slots, die unter die Grandfathering-Klausel fallen und erneut genutzt werden können, an ihren neuen Flugplan anpassen. Außerdem müssen sie beim Flughafenkoordinator die neu benötigten Slots anfragen. In Deutschland werden die Zeitnischen für Starts und Landungen an sieben Airports vom staatlichen Koordinator vergeben - allein in Frankfurt sind es rund 300.000 in einer Flugplanperiode.

© Eurocontrol, Lesen Sie auch: Wunsch und Wirklichkeit der Slot-Vergabe Aviation Management

Leser von airliners.de können sich in dieser Woche auch auf eine neue Ausgabe einer bekannten Kolumne freuen: In "Antworten aus dem Cockpit" geht es am Donnerstag um außergewöhnliche Anflüge. Neben dem weltbekannten Anflug auf den alten Flughafen Kai-Tak in Hongkong gibt es weltweit noch einige andere Anflüge mit Besonderheiten. Langstreckenpilot Nikolaus Braun erklärt, warum die Anflüge so eingerichtet worden sind, wie sie funktionieren und was sie besonders macht.

Von: airliners.de
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