Brussels-Piloten stimmen über Tarifangebot ab

12.06.2018 - 15:19 0 Kommentare

Nach dem Pilotenstreik macht die Lufthansa-Tochter Brussels Airlines ein neues Tarifangebot. In der kommenden Woche soll sich entscheiden, ob die Cockpit-Mitarbeiter mitziehen oder erneut streiken wollen.

Piloten von Brussels Airlines. - © © BELGA/dpa - Benoit Doppagne

Piloten von Brussels Airlines. © BELGA/dpa /Benoit Doppagne

Im Tarifstreit mit den Piloten hat Brussels Airlines ein neues Angebot vorgelegt. Das teilte die Fluggesellschaft am späten Montagabend mit, nachdem sich das Management zu Verhandlungen mit den drei beteiligten Gewerkschaften getroffen hatte.

Das Angebot soll den Cockpit-Mitarbeitern in den kommenden Tagen zur Abstimmung vorgelegt werden. Laut Presseberichten soll das Ergebnis Anfang kommender Woche bekannt gegeben werden.

Dann entscheidet sich auch, ob es bei Brussels Airlines zu einem neuen Arbeitskampf kommen könnte. Denn eine Streikankündigung der Piloten ist nach wie vor in Kraft, berichtet die belgische Zeitung "De Standaard".

Prämien, aber keine Gehaltserhöhung

Das neue Angebotspaket erfülle die meisten Anliegen der Belegschaft und bedeute ein erhebliches Investment, erklärte die Lufthansa-Tochter. Der Schwerpunkt liege auf den Verbesserungen der Dienst- und Ruhezeiten und anderen Maßnahmen zum Ausgleich zwischen Freizeit und Arbeit. Zudem soll eine Prämienregelung enthalten sein.

Ob sich die Piloten damit zufrieden geben werden, ist fraglich. Denn ihre Forderung nach höheren Gehältern wurde vom Management offenbar nicht berücksichtigt. Laut "De Standaard" sollen die vorgeschlagenen Boni vom wirtschaftlichen Ergebnis der Airline abhängig gemacht werden.

© Brussels Airlines, Lesen Sie auch: Zehntausende von Brussels-Streik betroffen

In dem Tarifstreit waren bis Mitte Mai bereits mehrere Verhandlungsrunden gescheitert. Deshalb legten die Piloten am 14. und 16. Mai die Arbeit nieder. Der Streik soll die Airline rund zehn Millionen Euro gekostet haben.

Spohr: "Die Zahlen stimmen nicht"

Konzernchef Carsten Spohr äußerte in einem Interview scharfe Kritik und verlangte mehr Entgegenkommen von den Brussels-Mitarbeitern. "Ich sage immer zu den Gewerkschaften: Macht, was ihr wollt, aber das Unternehmen wird nur wachsen, wenn die Ergebnisse stimmen. Bis jetzt reichen die Zahlen von Brussels Airlines nicht aus, um neue Flugzeuge zu erhalten."

Von: pra
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