Brussels skizziert Eurowings-Pläne

Lufthansa-Zukauf Brussels soll in Eurowings integriert werden. Wegen der Air-Berlin-Pleite hat man die Pläne aber aufgeschoben. Laut CEO Gustin gibt es nun jedoch zwei neue Stellschrauben.

Bernard Gustin. - © © Brussels Airlines -

Bernard Gustin. © Brussels Airlines

Brussels Airlines hat sich konkret zur Integration in die Lufthansa-Billigplattform Eurowings geäußert. "Eurowings und Brussels Airlines sind zwei Unternehmen mit denselben Bedürfnissen. Wir müssen beide sehr schnell wachsen. Dies sind Gelegenheiten, Dinge gemeinsam zu tun, aber diese Übung braucht Zeit", sagte Brussel-CEO Bernard Gustin im Interview mit der belgischen Tageszeitung "De Tijd".

Bei Eurowings hieß es zuletzt, dass man die genauen Integrationspläne für Brussels noch nicht ausgearbeitet habe, da "die Air-Berlin-Insolvenz dazwischen kam". Ursprünglich wollte man bis Ende 2017 einen genauen Zeitplan erarbeiten.

Synergieeffekte auf beiden Seiten

Gustin benennt hingegen schon zwei aktuelle Baustellen: "Zum einen haben wir gerade unser Reservierungssystem an das der Lufthansa angepasst" - dieser Prozess dauere zwei Jahre und verschlinge mehrere Millionen Euro -, "zum anderen arbeiten wir an einem gemeinsamen System mit Eurowings zur Flottenplanung". Die IT-Integration sei eine Arbeit von rund 18 Monaten.

Synergieeffekte sieht Gustin nicht nur einseitig:

Mit der Integration von Brussels Airlines prägen wir deshalb auch Eurowings.

Bernard Gustin, CEO von Brussels Airlines

Die große Stärke von Brussels sei laut Gustin das Afrika-Geschäft des Carriers: " Brussels Airlines ist eine Supermarke in Belgien und Afrika, aber im Rest der Welt unbekannt. "

Abflüge von Brüssel
Angaben in Prozent
Brüssel-Zaventem 46.0
Genf 2.9
Dakar-Blaise Diagne 1.8
London-Heathrow 1.5
Douala 1.5
Weitere Airports 46.3

Die Grafik zeigt die Verteilung der angebotenen Sitzplatzkapazitäten auf Flügen von Brussels Airlines im laufenden Winterflugplan bis Ende März. "Weitere Airports" sind jene mit je weniger als zwei Prozent Anteil. Angaben gerundet. Quelle: ch-aviation, Stand: 2. Januar 2018

Im vergangenen Jahr hat Brussels laut Gustin neun Millionen Fluggäste befördert. In diesem Jahr sollen es mit zehn Millionen elf Prozent mehr sein. Nach den Terroranschlägen in Brüssel im März 2016 waren die Buchungszahlen vorübergehend eingebrochen, nun sei man aber zurück auf Flughöhe, versichert Gustin.

Lösung des "Samstagnachmittag-Syndroms"

Dennoch sieht Gustin noch viel Arbeit für den Carrier: "Wir müssen unsere Kosten um mindestens 10 bis 15 Prozent senken." 2017 seien es bereits fünf Prozent gewesen, unter anderem durch die Lösung des "Samstagnachmittag-Syndroms".

Hiermit bezeichnet der Brussels-CEO den Umstand, dass viele Maschinen der Airline ab Samstagnachmittag still standen. "Häufig haben unsere Flugzeuge noch samstags bis mittags Passagiere zu deren Langstreckenflügen gebracht, danach standen sie aber oft nur rum." Denn: Am Wochenende reisen keine Geschäftsleute.

Mit der Übernahme der Thomas Cook Airlines Belgium habe sich dieses Problem erledigt, da diese nun die Maschinen weiterbetreibt. "Das ist sehr positiv für die Produktivität unserer Flugzeuge und eine Möglichkeit, unsere Kosten zu senken."

Brussels hebt für Eurowings ab

Seit knapp einem Jahr gehört der belgische Carrier komplett zum Lufthansa-Konzern und soll in Eurowings integriert werden. Bislang soll der Carrier vereinzelt als Test die Strecke Berlin-Brüssel für Eurowings fliegen. Gleichzeitig bedient Brussels ab Sommer USA-Langstrecken der Billigplattform. Für die Flüge mit A340-Maschinen gibt es ab Februar erste Linientrainings auf den Umläufen Düsseldorf-Palma de Mallorca und Düsseldorf-Wien.

© Eurowings, Lesen Sie auch: "Wir stellen jetzt auch in Deutschland ein" Interview

Von: cs

Datum: 03.01.2018 - 10:44

Adresse: http://www.airliners.de/brussels-eurowings-plaene/43290