Brussels-CEO: "Marke bleibt vorerst bestehen"

08.08.2017 - 08:47 0 Kommentare

Wie integriert Eurowings den Lufthansa-Zukauf Brussels Airlines? Die Kranich-Billigtochter hat sich für die Frage extra ein Analysejahr verordnet. Nun prescht Brussels-Airline-Chef Bernard Gustin allerdings vor.

Bernard Gustin. - © © Brussels Airlines -

Bernard Gustin. © Brussels Airlines

Die Marke Brussels Airlines wird bei einer Integration in die Lufthansa-Billigtochter Eurowings vorerst nicht aufgelöst. "Es gibt keinen Grund, dies auf kurze Sicht zu tun", sagte Airline-Chef Bernard Gustin nun im Interview mit dem Fachmagazin "Air Transport World". Er schränkt ein: "Das letzte Wort in dieser Sache hat allerdings der Markt."

Der Airline-Chef ergänzt: "Wenn der Markt einen anderen Namen als Brussels Airlines haben will, dann werden wir einen anderen Namen anbieten. Wenn der Markt jedoch sagt, dies sei nun die Lösung, dann bleibt die Marke auch bestehen." Der Kranich-Konzern müsse aus Sicht Gustins einen Weg finden, um das Beste von allen Airlines der Gruppe herauszuholen, denn Lufthansa sei ein Konzern mit "starken lokalen Marken".

Wie es mit Brussels weitergeht? Darüber wird beraten

Der Kranich-Konzern hatte Brussels im vergangenen Jahr komplett übernommen und angekündigt, ihn an seine Billigplattform Eurowings andocken zu wollen. Eurowings will sich nicht genauer zur Integration äußern - eine Sprecherin verwies darauf, dass man sich in einer einjährigen Klausurphase befände, wie man mit Brussels weiter verfahren möchte.

Ein erster Test zur Brussels-Integration ist allerdings schon in Planung: Im Winter soll Eurowings erstmals Teile einer Strecke von Brussels bedienen, sodass diese mehr Kapazitäten für andere Routen hat.

© Brussels Airlines, Lesen Sie auch: Eurowings startet Test für Brussels-Integration

Brussels Airlines ist für Lufthansa wegen der EU-Beamten und Lobbyisten in Brüssel interessant. Belgien und Brüssel seien attraktive Märkte, sagte Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr. Zudem bringe Brussels wettbewerbsfähige Kostenstrukturen und Langstreckenverbindungen von und nach Afrika mit. Dort ist Lufthansa relativ schwach vertreten.

Laut Brussels-Chef Gustin könnte der Kranich-Konzern beim weiteren internationalen Wachstum helfen. "Ohne die Größe einer Lufthansa Group, könnte ich eine Marke beispielsweise in Indien nie etablieren - egal, wie viel Anstrengungen ich aufbringe", so der Manager.

Von: cs
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