Zehntausende von Brussels-Streik betroffen

11.05.2018 - 10:02 0 Kommentare

Brussels-Airlines-Piloten wollen für höhere Löhne streiken und fordern darüberhinaus Klarheit über den zukünftigen Kurs der Lufthansa-Tochter. Auch viele Deutschland-Verbindungen sind betroffen.

Piloten von Brussels Airlines.

Piloten von Brussels Airlines.
© Brussels Airlines

Brussels Airlines ist Teil des Lufthansa-Konzerns.

Brussels Airlines ist Teil des Lufthansa-Konzerns.
© dpa - Benoit Doppagne

Der erste Streik bei der belgischen Fluggesellschaft Brussels Airlines nach der Übernahme durch die Lufthansa droht in der kommenden Woche die Reisepläne von Zehntausenden Passagieren zu durchkreuzen. Insgesamt sind mehr als 60.000 Kunden betroffen, wie die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf eine Sprecherin der Fluggesellschaft berichtete. Am nächsten Montag wirke sich der Streik auf 278, am Mittwoch auf 279 Flüge aus. Die Brussels-Sprecherin nannte dies "sehr bedauerlich".

In Deutschland fallen viele Verbindungen aus, wie aus einer Online-Übersicht der Fluggesellschaft hervorgeht. Am Montag und Mittwoch findet zwischen Berlin und Brüssel nur jeweils nur ein Flug statt, normal werden fünf tägliche Umläufe angeboten. Die drei täglichen Hamburg-Flüge werden komplett gestrichen, während die drei täglichen Hannover-Verbindungen durchgeführt werden sollen.

Die Piloten von Brussels Airlines hatten angekündigt, ihre Arbeit an den beiden Tagen niederzulegen. Als Grund nannte die Gewerkschaft unsichere Arbeitsbedingungen. Man verlange Klarheit von der deutschen Muttergesellschaft über die Zukunftspläne für die Airline.

Wir hatten das Management Anfang der Woche aufgerufen, uns einen konkreten Vorschlag zu unterbreiten. Das ist aber während des Treffens nicht passiert

Paul Buekenhout, Gewerkschaft LBC-NVK

Nach mehreren gescheiterten Gesprächsrunden hatten Vorstand und Gewerkschaft auch am Mittwoch keine Einigung gefunden. Die Piloten fordern höhere Löhne und Renten sowie einen besseren Ausgleich zwischen Freizeit und Arbeitszeit.

Brussels Airlines zu Verhandlungen bereit

Die Brussels-Sprecherin rief die Gewerkschaften dazu auf, dem am Montag beginnenden Vermittlungsverfahren eine Chance zu geben. Das Management sei zu Verhandlungen bereit, die Forderungen der Gewerkschaften seien jedoch zu hoch. Diese entsprächen einer Gehaltserhöhung um 25 Prozent - für die Zukunft des Unternehmens ein unmöglicher Wert.

Kunden, die von dem Streik betroffen seien, können den Angaben zufolge gratis umbuchen oder ihre Reise stornieren. Passagiere, die an ihrem Ziel festsitzen, werden in einem Hotel untergebracht oder können mit Lufthansa oder einer anderen Airline fliegen.

Zweiter Streik in 16 Jahren

Laut Belga wurde in den vergangenen 16 Jahren nur zwei Mal bei Brussels Airlines gestreikt. Ursprünglich hatte die Gewerkschaft diesen Freitag als möglichen Streiktag ins Auge gefasst. Mit Blick auf die Fluggäste und Christi Himmelfahrt verwarfen die Piloten diesen Termin jedoch.

Die Lufthansa hatte Brussels 2017 übernommen, weil die belgische Airline wegen der Europa-Beamten und Lobbyisten in Brüssel attraktiv für Kunden ist, die viel Geld für Dienstreisen ausgeben. Zudem bietet die Fluggesellschaft Verbindungen von und nach Afrika an.

Zum April 2018 tauschte der Mutterkonzern dann den Chef des Unternehmens aus. Bernard Gustin musste gehen, stattdessen wird Brussels nun von Christina Förster geleitet.

Von: dpa, br
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