Unausgereifte Technik Brüssel will über Flüssigkeitsverbot entscheiden

10.07.2012 - 10:25 0 Kommentare

Die EU-Kommission will zeitnah über die Zukunft des Flüssigkeitsverbots für Handgepäck entscheiden. Eine Verschiebung der Neuregelungen über 2013 hinaus scheint dabei wahrscheinlich. Hintergrund ist die unausgereifte Technik zur Flüssigkeitserkennung.

2006 traten neue Sicherheitsbestimmungen für Handgepäck in Kraft - © © dpa -

2006 traten neue Sicherheitsbestimmungen für Handgepäck in Kraft © dpa

Die EU-Kommission will in Kürze entscheiden, wie lange Flüssigkeiten im Handgepäck von Flugpassagieren noch verboten bleiben sollen. Voraussichtlich noch im Juli werde die Behörde vorschlagen, ob das Verbot wie derzeit geplant im April 2013 komplett aufgehoben oder verlängert wird, sagte die Sprecherin von Verkehrskommissar Siim Kallas am Montag in Brüssel. Die Entscheidung werde "aufgrund von Sicherheitserwägungen getroffen".

Die "Financial Times Deutschland" hatte am Montag berichtet, die Kommission habe sich mit Branchenvertretern und US-Behörden grundsätzlich geeinigt, das Verbot stufenweise außer Kraft zu setzen und voraussichtlich erst 2016 statt 2013 komplett aufzuheben. "Es gibt definitiv keine Einigung", sagte Kallas' Sprecherin dazu. Neben den Mitgliedstaaten könnte auch das Europaparlament die Entscheidung über die Verlängerung des Verbots blockieren.

Die Bundesregierung hatte bereits im Juni ihre Zweifel an der Aufhebung des Verbots verlautbaren lassen. Man halte es für unumgänglich, die zum 29. April 2013 geplante Aufhebung des Verbots zu verschieben.

Die geplante Freigabe größerer Behälter war bereits bei den Flughafenbetreibern auf heftige Kritik gestoßen. Nach Angaben ihres Dachverbandes hatten Tests ergeben, dass die verfügbaren Detektoren bestimmte Flüssigkeiten nicht erkannten, Fehlalarm auslösten und die Kontrollen so deutlich verzögerten. Flughäfen und Bundespolizei müssten 400 bis 500 Millionen Euro aufwenden für eine Umrüstung auf neue Detektoren, für zusätzliche Kontrolllinien und mehr Kontrollpersonal.

Von: AFP, dpa, dapd
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