Marken bleiben erhalten

British Airways und Iberia vor Fusion

29.07.2008 - 16:47 0 Kommentare

British Airways (BA) und Iberia stehen vor einer Fusion. Die Gespräche über einen Zusammenschluss würden von den Vorständen beider Gesellschaften uneingeschränkt unterstützt, teilte BA am Dienstag in London mit. Beide Marken würden nach den Plänen jedoch erhalten bleiben.

BA-Chef Willie Walsh sagte, der Zusammenschluss helfe den Unternehmen in dem derzeitigen schwierigen Wirtschaftsumfeld und schaffe Synergien. BA und Iberia halten seit längerem eine «strategische Partnerschaft». Großbritanniens größte Fluggesellschaft hatte ihren Anteil an Iberia zuletzt auf 13,15 Prozent erhöht. Iberia wiederum hält derzeit 2,99 Prozent an BA und hat das Zugriffsrecht auf weitere knapp 7 Prozent der Gesellschaft. Beide Marken würden nach den Plänen jedoch erhalten bleiben. Die Unternehmensgruppe solle an der Londoner und Madrider Börse gelistet werden. Die Unternehmen betonten, es würde mehrere Monate dauern, bis die genauen Konditionen einer Fusion ausgehandelt seien.

Beide Fluggesellschaften erwarten, dass ein Zusammenschluss nicht auf den Widerstand der Wettbewerbsbehörde stoßen wird. Die Anteilseigner müssen einer Fusion noch zustimmen. Iberia hatte schon im vorigen Jahr als Kandidat für eine Übernahme gegolten. Neben BA war damals auch Lufthansa als potenzieller Käufer im Gespräch.

Iberias größter Anteilseigner ist mit fast 23 Prozent die spanische Sparkassengruppe Caja Madrid, die schon im vergangenen Jahr den Übernahmeplan von BA und einem Konsortium durchkreuzt hatte. BA- Chef Willie Walsh sagte, der Zusammenschluss helfe den Unternehmen in dem derzeitigen schwierigen Wirtschaftsumfeld und schaffe Synergien. Eine Konsolidierung in der Branche sei «längst überfällig».

BA und Iberia sind seit langem eng miteinander verbunden, die Briten hatten vor fünf Jahren erstmals Interesse an den Spaniern angekündigt. Großbritanniens größte Fluggesellschaft hatte ihren Anteil an Iberia zuletzt auf 13,15 Prozent erhöht. Iberia wiederum hält derzeit 2,99 Prozent an BA und hat das Zugriffsrecht auf weitere knapp 7 Prozent der Gesellschaft.

BA hatte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von umgerechnet rund 11 Milliarden Euro gemacht, Iberias Umsatz lag bei 5,5 Milliarden Euro. Insgesamt würde das zusammengeschlossene Unternehmen pro Jahr mehr als 60 Millionen Passagiere transportieren.

Auch Zusammenarbeit mit American Airlines angestrebt

Zudem wollen British Airways und Iberia auch American Airlines zusammenarbeiten. Mit dem Bündnis wollen die Fluggesellschaften ihre Stärken auf Transatlantikrouten bündeln. Die Zustimmung der Kartellbehörden gilt jedoch als heikles Thema. Bereits im Oktober 2007 hatte British Airways die Absicht bekundet, eine engere Partnerschaft mit American Airlines einzugehen. American hatte sich ebenfalls zweimal um einen derartigen Zusammenschluss bemüht. Aufgrund hoher Auflagen der Kartellbehörden konnten die Pläne damals jedoch nicht umgesetzt werden.

Nun sind die in den letzten Monaten geschlossenen Bündnisse anderer Airlines ein wichtiges Argument für American Airlines, British Airways und Iberia, wenn es darum geht, die Kartellbehörden von ihrem Joint Venture zu überzeugen: Bereits Mitte April hatten Delta Air Lines und Northwest Airlines ihre geplante Fusion unter dem gemeinsamen Namen „Delta“ bekannt gegeben. Gleichzeitig arbeiten die beiden Fluggesellschaften auf Atlantikrouten bereits eng mit Air France – KLM zusammen. Auch Continental plant eine enge Zusammenarbeit mit United Airlines sowie einen Wechsel zur Vereinigung „Star Alliance“.

British Airways, American Airlines und Iberia gehören zur „Oneworld“-Allianz, über die sie bereits in Codeshare- und Bonusprogrammen zusammenarbeiten.

Von: dpa, airliners.de
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