EU-Kommission will Lufthansa-Deal länger prüfen

01.12.2017 - 08:54 0 Kommentare

Die EU-Kommission verlängert die Prüfung großer Teile der Air Berlin durch Lufthansa um zwei Wochen: Offenbar will der Konzern einige Slots abgeben. Indes bringen sich Interessenten, die kurzfristig bei Niki einspringen könnten, in Stellung.

Europaflaggen vor dem Berlaymont-Gebäude in Brüssel - © © airliners.de - S. Drews -

Europaflaggen vor dem Berlaymont-Gebäude in Brüssel © airliners.de - S. Drews

Die EU-Kommission hat nach Zugeständnissen der Lufthansa die Frist zur Prüfung der Übernahme von LGW und Niki um zwei Wochen auf den 21. Dezember verlängert. Das teilte sie am Freitagmorgen mit. Auch soll der Kranich-Konzern kurz vor Ablauf der Frist noch Zugeständnisse zur geplanten Übernahme gemacht haben.

Nach einem bislang unbestätigten Bericht der "Bild"-Zeitung wolle Lufthansa von sich aus auf viele Slots von LGW und Niki an ehemaligen Knotenpunkten der insolventen Air Berlin verzichten. Dabei geht es dem Vernehmen nach um die Flughäfen Düsseldorf, Berlin-Tegel und Palma de Mallorca. Slots an kleineren Flughäfen dagegen wolle die Lufthansa behalten. Diese seien wettbewerbsrechtlich nicht entscheidend, heißt es.

Interessenten bringen sich in Stellung

Lufthansa will von der insolventen Air Berlin die Töchter LGW und Niki übernehmen und hält diese daher aktuell mit viel Geld in der Luft. Allein der österreichische Ferienflieger kostet den Kranich-Konzern wöchentlich bis zu zehn Millionen Euro.

Geld, das Lufthansa bereit ist, zu zahlen, da sie den Ferienflieger gern in ihre Billigplattform Eurowings integrieren möchte. Sollte das Vorhaben von der EU-Kommission gestoppt werden, stünden schon Übernahmeinteressenten bereit. So prüfe Konkurrentin IAG, kurzfristig ein Angebot für Niki abzugeben.

Laut der "Bild"-Zeitung bat der Mutterkonzern von British Airways bereits um Einblick in die Bücher des Ferienfliegers. Das "Handelsblatt" berichtet, Rechtsanwalt Frank Kebekus, der seit dem Insolvenzantrag bei Air Berlin das Ruder übernommen hat, spreche wieder mit IAG über einen Verkauf von Niki.

Am Donnerstag bekräftigte Lauda, auch weiterhin zusammen mit dem Thomas-Cook-Konzern Interesse an Niki zu haben. "Wir sind gesprächsbereit. Die sich abzeichnende Entscheidung in Brüssel kommt mir gelegen", sagte Lauda dem "Handelsblatt". Sein Angebot zusammen mit Condor gelte nach wie vor.

Auch Luftfahrtunternehmer Hans Rudolf Wöhrl bekundete im Interview mit airliners.de Interesse an Niki.

© privat, Lesen Sie auch: "Ein EU-Verbot würde dem Kranich nicht schaden" Interview

Von: cs
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