British Airways und Iberia machen es wie Lufthansa

29.05.2017 - 13:28 0 Kommentare

Für Kunden von British Airways und Iberia wird der Kauf von Tickets über GDS teurer. Die beiden IAG-Netzcarrier schließen sich einer Gebührenstrategie der Lufthansa Group an. Nicht ohne Folgen.

Flugzeuge der Iberia und British Airways in Madrid (Archifoto). - © © AirTeamImages.com - TT

Flugzeuge der Iberia und British Airways in Madrid (Archifoto). © AirTeamImages.com /TT

British Airways und Iberia erheben ab kommendem November eine Gebühr für jede Buchung, die über globale Distributionssysteme (GDS) wie Amadeus, Travelport oder Sabre erfolgt. Wie mehrere Medien aus einem Schreiben der beiden großen IAG-Netzwerkcarrier zitieren, muss jeder, der seinen Flug nicht auf über die Internetseiten oder Vertriebskanäle der Airlines bucht, acht Pfund (umgerechnet rund 9,20 Euro) bezahlen. Die weiteren IAG-Airlines Air Lingus und Vueling sind von der Änderung nicht betroffen.

Die GD-Systeme und ihre "traditionellen technologischen Lösungen" brächten deutlich höhere Kosten mit sich als Buchungen über die eigenen Websites der Airlines, hieß es zur Begründung. Mit dem Schritt sollen die Buchungen auf die New-Distribution-Capacity-Kanäle (NDC) der Airlines gelenkt werden. NDC erlaubt es den Fluggesellschaften, individuelle Zusatzleistungen zu verkaufen. Das Datenformat wird von der Iata gefördert.

© Fotolia.com, IckeT Lesen Sie auch: GD-Systeme sind Fluch und Segen zugleich

Um die GD-Systeme nicht nachhaltig zu schwächen, wollen es British Airways und Iberia den Anbietern ermöglichen, auch mit NDC zu arbeiten, um die Gebühr zu vermeiden.

Lufthansa mit Gebühr zufrieden

British Airways und Iberia folgen mit ihrer Strategie der Lufthansa-Gruppe. Seit September 2015 erheben Lufthansa, Swiss und Austrian auf GDS-Buchungen 16 Euro Gebühr pro Ticket . die sogenannte Distribution Cost Charge (DCC). Man sei mit der Einführung der Gebühr zufrieden, teilte eine Konzernsprecherin auf Anfrage von airliners.de mit. "Die DCC ist ein fundamentaler Bestandteil unserer Strategie, die klassische Distributionslandschaft zu revolutionieren und Kostentransparenz über alle Kanäle hinweg zu schaffen."

© dpa, Holger Hollemann Lesen Sie auch: Weitere Klage gegen GDS-Gebühr der Lufthansa

Die Einführung der Gebühr hatte die Lufthansa vor knapp zwei Jahren mit den schmalen Erlösen aus Flugtickets begründet. Es ginge nicht an, dass die Airlines als eigentlicher Erbringer der Flug-Dienstleistung die geringste Kapitalrendite von rund vier Prozent erzielten, während die GDS-Anbieter auf rund 20 Prozent kämen, hieß es damals.

Die Einführung der Gebühr bei der Lufthansa-Group sorgte damals für viel Gegenwind. Reiseverbände berichteten, dass viele Kunden bewusst zu anderen Airlines wechselten. GDS-Buchungen machten bei der Lufthansa 2015 rund 70 Prozent der Buchungen aus.

Von: cs
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