Britische Anti-Korruptionsbehörde ermittelt gegen Airbus Group

08.08.2016 - 13:35 0 Kommentare

Ermittlungen gegen die Airbus Group: Laut britischer Anti-Korruptionsbehörde geht es um "Betrug, Bestechung und Korruption" bei der zivilen Luftfahrtsparte. Der Konzern hatte die Behörde selbst informiert.

Ein Mann läuft an einem

Ein Mann läuft an einem "Airbus Group"-Schild vorbei. © dpa /Guillaume Horcajuelo

Die britische Anti-Korruptionsbehörde "Serious Fraud Office" (SFO) ermittelt wegen Korruption beim Luftfahrtkonzern Airbus Group. Wie die Behörde jetzt mitteilte, geht es um "Betrug, Bestechung und Korruption" bei Geschäften der zivilen Luftfahrtsparte von Airbus.

Die Vorwürfe beträfen Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Beratern einer "dritten Partei", hieß es in einer Pressemitteilung. Die Ermittlungen seien bereits im Juli eingeleitet worden. Weitere Details wollte die Behörde zunächst nicht machen.

Diese würden erst genannt, wenn Anklage erhoben wird - oder die Ermittlungen fallen gelassen würden, kündigte das SFO an. Die Behörde rief alle Beteiligten auf, sich zu melden und Informationen zu übermitteln. Die Ermittlungen könnten sich Jahre hinziehen.

Airbus hat Vorfälle selbst gemeldet

Der Luftfahrtkonzern ließ wissen, man sei über die Ermittlungen informiert worden und werde die Kooperation mit der Behörde fortsetzen. "Das ist etwas, was wir selbst aufgedeckt haben", sagte Sprecher Jeremy Greaves. Dies zeige, dass das Management entschlossen sei, die Vorfälle aufzuklären, da diese nicht den Unternehmensgrundsätzen entsprächen.

Greaves' Angaben zufolge schaltete Airbus im April die Behörden ein. Im selben Monat gab das staatliche britische Exportkreditinstitut UK Export Finance dann bekannt, seine Exportkreditgarantien für Airbus zu kündigen. Kreditagenturen in Deutschland und Frankreich folgten diesem Schritt. Als Grund wurden damals "Unregelmäßigkeiten" bei den Kreditanträgen angegeben, die Airbus selbst mitgeteilt habe.

Untersuchungen verunsichern Börse

An der Börse sorgten die Nachrichten bezüglich der Ermittlungen für Verunsicherung. Die Airbus-Aktie verlor an der Pariser Börse zunächst 0,59 Prozent an Wert und gehörte damit zu den Schlusslichtern im französischen Index CAC-40. Die Untersuchungen hätten derzeit wohl nur Auswirkungen auf die Reputation des Flugzeugbauers und weniger auf dessen Geschäfte, schrieb Analyst Christophe Menard von Kepler Cheuvreux. Für die Aktie sei die Nachricht dennoch schlecht.

Insgesamt beschäftigt die Airbus Group rund 136.600 Menschen. Im vergangenen Jahr machte die Airbus Gruppe mit den drei Sparten zivile Luftfahrt, Verteidigung und Hubschraubern einen Umsatz von 64,5 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2016 betrug der Umsatz 28,78 Milliarden Euro; der Nettogewinn stieg in den sechs Monaten vor allem wegen Sondereffekten um 15,5 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro.

Von: ch, AFP, dpa-AFX
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