Brexit: EU gewährt nächste Übergangsfrist

22.02.2019 - 16:06 0 Kommentare

Die EU sorgt für einen ungeregelten Brexit vor: So sollen britische Sicherheitszertifikate befristet weiter gelten. Auch für die Klärung der Eigentumsverhältnisse haben Airlines mehr Zeit.

Eine Airbus der Easyjet im Flug, im Hintergrund ist eine Maschine von British Airways zu sehen. - © © AirTeamImages.com - Javier Guerrero

Eine Airbus der Easyjet im Flug, im Hintergrund ist eine Maschine von British Airways zu sehen. © AirTeamImages.com /Javier Guerrero

Die EU hat weitere Maßnahmen vorgelegt, wie der Flugverkehr zwischen den EU-Staaten und Großbritannien auch im Falle eines ungeregelten Brexits aufrechterhalten werden kann. So sollen Sicherheitszertifikate für Fluggeräte, die für Gesellschaften in Großbritannien ausgestellt wurden, für neun Monate weiter gelten. Darauf haben sich Vertreter der EU-Staaten und des Europaparlaments geeinigt, teilte der Rat der EU-Staaten mit.

Durch die befristete Verlängerung der Zertifikate hätten die Airlines genug Zeit, die Bescheinigungen bei der europäischen Luftfahrtbehörde EASA zu erneuern - dann unter Berücksichtigung des neuen Status Großbritanniens als Drittstaat. Der Vorschlag muss noch formal vom EU-Rat und dem EU-Parlament bestätigt werden

Eigentumsverhältnisse müssen bis Oktober geklärt sein

Zuvor hatten sich Vertreter der EU-Staaten und des Parlaments bereits auf eine Fristverlängerung für die Klärung der Eigentumsverhältnisse von Airlines geeinigt. So haben EU-Airlines Zeit nun bis Oktober 2019 Zeit, ihre EU-Besitzverhältnisse gesetzeskonform neu zu regeln, ohne dass sie ihre EU-Zulassung zu verlieren.

Denn eigentlich dürfen in einem EU-Land nur Airlines registriert sein, die mehrheitlich im Besitz von Eigentümern aus dem Europäischen Wirtschaftsraum sind. In Deutschland betrifft das Problem die Charter-Airlines Condor mit Eigentümer Thomas Cook und Tuifly. Der Touristikkonzern hat zum Großteil britische Anteilseigner.

© PA Wire/dpa, Niall Carson Lesen Sie auch: Brexit: EU will Airlines sieben Monate Frist gewähren

Die Europäische Kommission hatte Ende Dezember vorgeschlagen, dass britischen Carriern bis zu dem Zeitpunkt eines Abschlusses eines bilateralen Luftverkehrsabkommens beziehungsweise bis spätestens März 2020 die erste bis vierte Freiheit gewährt wird. Damit wären Flüge zwischen EU und Großbritannien gesichert - britische Airlines dürften allerdings nicht innereuropäisch fliegen.

Reisebranche zeigt sich erleichtert

Die deutsche Reisebranche zeige sich erleichtert, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die Einigung helfe für die Urlaubssaison 2019, zitiert die Zeitung einen Luftfahrtfachmann. EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc betonte aber in der "FAZ", dass diese Brexit-Notfallmaßnahmen keinesfalls die Vorteile des Binnenmarktes ersetzen könnten. Sie seien einseitig und befristet.

Von: br mit Material von dpa-AFX
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