Brexit: Iberia pocht auf EU-Status

08.01.2019 - 10:58 0 Kommentare

2011 verschmolz Iberia mit unter anderem British Airways zum IAG-Konzern. Angesichts des Brexits pocht die Airline laut Medien darauf, spanisch zu sein. Genutzt wird dafür offenbar eine rechtliche Hintertür der Fusion.

Airbus A330 der Iberia. - © © Interbrand -

Airbus A330 der Iberia. © Interbrand

Eine Woche vor der entscheidenden Abstimmung im britischen Unterhaus über das mit der EU ausgehandelte Brexit-Abkommen von Großbritanniens Regierungschefin Theresa May wird klar, wie sehr die Luftfahrtunternehmen inzwischen mit einem "No Deal"-Szenario planen. Nach Informationen der spanischen Tageszeitung "El Pais" pocht die IAG-Airline Iberia darauf, dass sie eine spanische und somit auch nach dem EU-Ausstieg der Briten eine europäische Airline ist.

Die Strategie von IAG demnach: Iberia hat ihren Hauptsitz in Spanien. Dies untermauert der Konzern laut "El Pais" mit Verweis auf das Fusionsabkommen von 2011. Bei dem Zusammenschluss mit unter anderem British Airways wurde das spanische Unternehmen Ib Opco gegründet, um Iberia nach politischen und wirtschaftlichen Rechten zu trennen.

So sei Iberia wirtschaftlich zu 100 Prozent auf IAG übergangen; die politischen Rechte gehörten dem Konzern jedoch nur zu 49,9 Prozent. Die übrigen 50,1 Prozent hält das Unternehmen Garanair, das heute der spanischen Warenhauskette El Corte Inglés gehört. Vueling sei ebenfalls nicht von einem Brexit gefährdet, da es wiederum im Besitz von Iberia ist.

Qatar hält 20 Prozent an IAG

Zwar hatten sich EU und Großbritannien bereits dafür ausgesprochen, dass auch nach dem Brexit der Flugverkehr zwischen dem europäischen Festland und der Insel bestehen bleiben soll, doch innerhalb der EU werden britische Airlines nicht mehr ohne Weiteres fliegen können. Iberia operiert vor allem aus Spanien heraus.

Märkte von Iberia
Angaben in Prozent
Spanien 71.9
Frankreich 3.8
Italien 3.3
Deutschland 2.4
Großbritannien 2.3
USA 2.2
Übrige Länder 14.1

Die Grafik zeigt die prozentuale Verteilung der von Iberia angebotenen Sitzplatzkapazitäten im laufenden Winterflugplan geordnet nach Abflugländern. "Übrige Länder" sind jene mit jeweils weniger als zwei Prozent Anteil. Angaben gerundet. Quelle: ch-Aviation

Die Europäische Kommission machte bereits mehrfach deutlich, dass sie nur jene Airlines als europäisch anerkennen werde, die mindestens zu 51 Prozent von EU-Unternehmen kontrolliert würden. Der Airline-Konzern IAG gehört zu 21,4 Prozent Qatar Airways, 5,3 Prozent hält der US-Fonds Equity Groth und die übrigen 73,3 Prozent werden an den Börsen Madrid und London gehandelt.

Ähnliche Probleme haben auch andere Airlines.

Am Montag begann im britischen House of Commons indes wieder die Debatte über den Scheidungsvertrag. Dieser soll kommende Woche von den Abgeordneten ratifiziert werden und doch noch einen harten Brexit abfedern. Denn das Abkommen regelt die wichtigsten Punkte und räumt für alle anderen Fragen eine 21-monatige Übergangsphase ein. Jedoch bereitet sich auch die EU inzwischen mit einem Notfallplan auf ein "No Deal"-Szenario vor:

© Fotolia, tanaonte Lesen Sie auch: EU will harten Brexit mit 14 Maßnahmen abfedern

Von: cs
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