Hafen geplant

Bremerhaven: Flughafen soll umziehen

21.09.2011 - 14:44 0 Kommentare

Der Flugbetrieb des Bremerhavener Regionalflughafens soll ins niedersächsische Nordholz verlagert werden. Grund dafür ist der in der Nähe geplante Offshore-Terminal an der Weser. Laut einem Gutachten können Flugplatz und Offshore-Terminal, von dem aus die Windenergieanlagen verschifft werden sollen, nicht parallel betrieben werden.

Flughafen Bremerhaven aus der Vogelperspektive

Flughafen Bremerhaven aus der Vogelperspektive
© Flughafen Bremerhaven

Industriegebiet Luneort mit künftigen Offshore-Terminal

Industriegebiet Luneort mit künftigen Offshore-Terminal
© BIS Bremerhaven

Der Bremerhavener Regionalflughafen Luneort soll dem in der Nähe geplanten Offshore-Terminal weichen. Die durch den Terminal erwarteten Tausenden neuen Arbeitsplätze und die Zukunft der Stadt müssten Vorrang vor dem Erhalt des Flugplatzes haben, sagte Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) am Mittwoch.

Gutachten belegten, dass ein sicherer Flugverkehr parallel zum Terminalbetrieb nicht gewährleistet werden könne. Bremerhaven strebt deshalb eine Kooperation mit dem niedersächsischen Landkreis Cuxhaven an, um den Flugverkehr nach Nordholz umzusiedeln.

Bremerhaven wolle ein führender Offshore-Standort in Europa bleiben, sagte Grantz. Er erwartet durch den Ausbau der Windkraft-Industrie bis zu 14.000 neue Arbeitsplätze und bis zu 4.900 neue Einwohner für Bremerhaven. Den Arbeitnehmern am Flughafen habe man eine Beschäftigungsgarantie gegeben.

2010 zählte der Flughafen 8.800 Starts und Landungen, ein Drittel war gewerblich. Der geplante Terminal im Blexer Bogen befinde sich in der Einflugschneide der Haupt-Start- und Landebahn des Regionalflughafens, sagte Grantz. Liegen dort Errichterschiffe mit den Aufbauten für die Windparks auf See, sei kein Anflug auf den Regionalflughafen mehr sicher möglich.

Hauptlandebahn soll Zufahrt zum Terminal werden

Firmen der Windkraftbranche hätten deutlich gemacht, dass der Landzugang zum seetiefen Wasser zwingende Voraussetzung für sie sei, sagte der Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS, Nils Schnorrenberger. Der Zugang würde nach einer Stilllegung des Flughafens über die schwerlasttaugliche Hauptlandebahn gewährleistet. «Nur dadurch, dass die Anlagen nicht erst umgeladen werden müssen, sondern per Schwertransport zum Terminal gelangen, kommt es zu Einsparungen», sagte Schnorrenberger.

Im Magistrat der Stadt sollte noch am Mittwoch über die Pläne abgestimmt werden. Dann muss die Stadtverordnetenversammlung entscheiden. Eine Zustimmung der rot-grünen Regierungskoalition gilt als sicher.

Der Bremer FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Staffeldt bezeichnete das Vorhaben der Stadt dagegen als «Schildbürgerstreich». «Das Land Bremen baut für viele Millionen Euro einen Flugplatz, um den Wirtschaftsstandort Bremerhaven zu stärken. Dann will man den neuen Offshorehafen genau in die Einflugschneise bauen», kritisierte er.

Von: dapd
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Michael Kerkloh im Gespräch mit airliners.de. "Es werden nur noch Knappheiten verwaltet"

    Interview Münchens Flughafenchef Kerkloh fasst im Gespräch mit airliners.de zusammen, was das Moratorium bei der dritten Bahn für den Airport bedeutet. Er unterstreicht, dass die Piste auch eine Bedeutung für den gesamten Luftverkehrsstandort Deutschland hat.

    Vom 07.11.2018
  • Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG. Fraport-Chef Schulte reagiert auf Spohr-Vorschlag

    Lufthansa-Chef Spohr bringt als mögliche Antwort auf die Probleme im Luftverkehr eine Deckelung der Eckwerte ins Gespräch. Fraport-Chef Schulte erteilt dem eine Absage und skizziert, wann Frankfurt wie wachsen will.

    Vom 13.09.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus