Forschungsflughafen

Braunschweig wächst weiter

02.01.2013 - 11:51 0 Kommentare

Der Forschungsflughafen Braunschweig boomt - er ist einer der größten seiner Art in Europa. 2.300 Arbeitsplätze gibt es dort inzwischen und es sollen noch mehr werden. Geforscht wird am Luftverkehr der Zukunft.

Neubau der Technischen Universität Braunschweig (Niedersachsen) am Campus des Forschungsflughafen.

Neubau der Technischen Universität Braunschweig (Niedersachsen) am Campus des Forschungsflughafen.
© dpa - Julian Stratenschulte

Niedergeschwindigkeits-Windkanal in Braunschweig

Niedergeschwindigkeits-Windkanal in Braunschweig
© DLR

Luftbild vom Flughafen Braunschweig mit verlängerter Start- und Landebahn

Luftbild vom Flughafen Braunschweig mit verlängerter Start- und Landebahn
© dpa - Dieter Heitefuß

Das Flugzeug der Zukunft soll in Flüsterlautstärke fliegen, weniger Treibstoffverbrauch verbrauchen und kaum noch Schadstoffe ausstoßen: Diese Vision treibt die Wissenschaftler am Forschungsflughafen Braunschweig an. Dort arbeiten dutzende Experten in 17 Instituten. 

«Das sind die drei entscheidenden Fragen für die Zukunft der Luftfahrt», sagt der Vorstandschef des Forschungsflughafens, Prof. Peter Vörsmann. Und die Experten sind optimistisch: Sie halten es für realisch, dass die Jets der Zukunft im nächsten Jahrzehnt 50 Prozent leiser und sauberer werden.

Insgesamt gibt es an dem Airport inzwischen mehr als 2.300 Arbeitsplätze. «An keinem anderen Flughafen in Europa gibt es eine derartige Ballung von Wissenschaft, Unternehmen der Luft- und Raumfahrt sowie staatlichen Luftfahrtbehörden», berichtet Vörsmann. Mehr als 40 mittelständische Unternehmen arbeiten dort. Unter anderem sind dort das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie ein Campus der Technischen Universität Braunschweig angesiedelt. Hinzu kommen mehrere Firmen, die technische Neuerungen für die Luftfahrt entwickeln und verkaufen. Am Flughafen sitzen außerdem das Luftfahrt-Bundesamt und die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung.

«Wir entwickeln vernetzt Technologien, die sowohl im Luft- als auch im Straßen- oder Schienenverkehr genutzt werden können», berichtet Vorstandschef Vörsmann. Ein solche Querschnittstechnologie ist etwa die Satellitennavigation: In Braunschweig gab es vor 23 Jahren die weltweit erste automatische satellitengesteuerte Flugzeuglandung - und im Vorjahr die erste vollautonome Fahrt eines Autos im Straßenverkehr. Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode betont denn auch: «Der Forschungsflughafen ist eines der innovativsten Wirtschafts- und Wissenschaftscluster in Europa.»

Rund 235 Millionen Euro wurden seit 2007 in Braunschweig in neue Gebäude und Hangars, in Simulatoren und Windkanäle sowie in Flugzeuge investiert, berichtet Geschäftsführerin Carola Meyer. Im vergangenen Oktober wurde der Flugbetrieb auf der auf 2.300 m verlängerten Start-/Landebahn aufgenommen. Und die Expansion geht weiter: Pläne dafür gibt es bereits, deutet Meyer an. So wird mit ansiedlungswilligen Unternehmen verhandelt, außerdem plant das Luftfahrt-Bundesamt einen Erweiterungsbau und stockt sein Personal um 180 Mann auf, weil die Behörde neue Aufgaben im Bereich der Luftfrachtsicherheit bekommen hat.

Von: dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Baustelle BER: Am Donnerstag sind 2000 Tage seit dem ersten geplanten Eröffnungstermin des Flughafens vergangen. Medien: BER eröffnet nicht vor 2021

    Es geht wohl wieder um den Brandschutz: Berichte unter anderem des Tüvs decken laut "Tagesspiegel" gravierende Mängel auf der Baustelle des BER auf. Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens verschiebt sich somit wohl erneut.

    Vom 23.11.2017
  • "Manfred Rommel Airport" steht in Stuttgart an einem Terminal des Flughafens. Flughafen Stuttgart GmbH lehnt Beteiligung an Stuttgart-21-Mehrkosten ab

    Stuttgart 21 könnte nach Angaben der Bahn 7,6 statt der geplanten 6,5 Milliarden Euro kosten, der Flughafen hat nun mitgeteilt, dass er nicht für die Mehrkosten aufkommen werde. "Die Flughafen Stuttgart GmbH wird aus wirtschaftlichen und rechtlichen Gründen keine weitergehenden Finanzierungsbeiträge leisten können", so ein Sprecher. Die Verpflichtungen aus der Finanzierungsvereinbarung von 2009 (339 Millionen Euro) seien komplett beglichen.

    Vom 29.11.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus