Brandfolgen bei Airbus-Tochter dauern mindestens ein Jahr

Nach dem Brand bei Premium Aerotec muss der Airbus-Ableger seine Arbeit teils nach Norddeutschland verlagern - wohl bis 2020. Doch für die Airbus-Produktion seien keine Engpässe zu erwarten, heißt es.

Mitarbeiter bei der Airbus-Tochter Premium Aerotec in Augsburg. - © © Premium Aerotec -

Mitarbeiter bei der Airbus-Tochter Premium Aerotec in Augsburg. © Premium Aerotec

Bei Luftfahrtzulieferer Premium Aerotec hat das Feuer zum Jahresende längere Auswirkungen auf die Produktion. Die Oberflächenbearbeitung muss aus dem Werk in Augsburg an andere Standorte verlegt werden, teilte eine Sprecherin auf Anfrage von airliners.de mit. Dabei handelt es sich um die norddeutschen Werke der Airbus-Tochter in Bremen, Nordenham und Varel sowie um Airbus Helicopters in Donauwörth. Außerdem werde man durch Zulieferbetriebe unterstützt.

"Wir gehen heute davon aus, dass die Neuzuordnung der Galvanik für mindestens ein Jahr erfolgt", so die Sprecherin. Man rechne aber mit "keinen nennenswerten Lieferverzögerungen gegenüber Airbus" durch diese Maßnahmen.

Das Augsburger Werk von Premium Aerotec liefert insbesondere Rumpfteile für zivile und militärische Flugzeuge an den Mutterkonzern, spezialisiert ist die Fabrik auf Leichtbaukomponenten aus Kohlefaser. Die vom Brand betroffene Galvanik ist nach Unternehmensangaben ein wichtiger Prozessschritt zur Oberflächenveredelung von Flugzeugteilen aus Aluminium und Titan.

Feuer hatte wohl technische Ursache

Bei dem Feuer am 27. Dezember war ein Schaden in zweistelligen Millionenbereich entstanden. Die Galvanik war zu diesem Zeitpunkt nicht in Betrieb. Die Untersuchungen zum Brand dauern noch an, doch laut Premium Aerotec deutet bislang alles auf eine technische Ursache hin. Für ein menschliches Fehlverhalten gebe es keinerlei Anhaltspunkte.

© Premium Aerotec, Lesen Sie auch: Brand bei Airbus-Tochter behindert Produktion

Premium Aerotec hat rund 10.000 Mitarbeiter. Am Hauptsitz in Augsburg arbeiten nach Unternehmensangaben etwa 4000 davon. Sie lieferten jährlich Komponenten, Baugruppen und ganze Rumpfsektionen für insgesamt mehr als 600 neue Airbus-Flugzeuge.

In Norddeutschland hat der Airbus-Zulieferer neben den Werken in Bremen, Nordenham und Varel auch einen Standort in Hamburg. Daneben gibt es eine Fabrik in Rumänien.

Von: pra

Datum: 11.01.2019 - 10:14

Adresse: http://www.airliners.de/brandfolgen-airbus-tochter-jahr/48404