Branche und Politik fordern einheitliche Rahmenbedingungen für Drohnennutzung

12.02.2019 - 17:27 0 Kommentare

Einstimmiges Bild auf der Fachkonferenz "Drone Insights" veranstaltet von BDL und der BDLI. Die Verbände fordern zügig einen rechtlichen europäischen Rahmen für Drohnentechnologie. Vertreter aus Politik und Industrie schließen sich dem an.

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Mit den "Skyways"-Drohnen von Airbus sollen Pakete befördert werden. © Airbus

Um die unbemannte Luftfahrt - also die Drohnentechnologie - weiterzuentwickeln und auch das wirtschaftliche Potenzial voll ausschöpfen zu können, muss möglichst zügig ein rechtlicher europäischer Rahmen geschaffen werden. Das fordern der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) im Rahmen der von ihrer gemeinsamen Initiative VUL (Verein Deutscher Unmanned Aviation ) ausgetragenen Konferenz "Drone Insights" in Berlin.

So müssten zum einen die Bedingungen für die kommerzielle Nutzung von Drohnen vereinfacht werden, damit Unternehmen auch zukünftig in Deutschland Produkte für die umbenannte Luftfahrt entwickeln und anwenden können. BDLI-Präsident Klaus-Dieter Richter betonte, dass gerade die "zersplitterten und langwierigen föderalen Genehmigungsprozesse" einfacher gestaltet werden müssten. Auch sollten "ausreichend Testgebiete" zur Verfügung stehen.

Grafik: © Drone Industry Insights

Zum anderen sei es essenziell, dass die Drohnentechnologie sicher in den Luftraum integriert wird. "Safety First" ist auch Kernforderung des BDL-Präsidenten und Chef der Deutschen Flugsicherung (DFS), Klaus-Dieter Scheurle "Wir brauchen für Drohnen eine sichere Integration in den Luftraum." Dazu sei es notwendig, dass eine gesetzliche Registrierungspflicht für Drohnen eingeführt werde, damit im Schadensfall geklärt werden könne, wer zur Verantwortung gezogen werden muss.

Passagierluftfahrt darf nicht beeinträchtigt werden

Ähnliches äußerten auf der eintägigen Konferenz auch Vertreter aus Industrie und Politik. So plädierte Lufthansa-Technik-Manager David Doyle dafür, dass Drohnen nur lizensiert und reguliert eingesetzt werden dürfen. Die Sicherheit der klassischen Luftfahrt dürfe in keiner Weise gestört werden.

Auch Michael Büsing von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) wies auf die Relevanz hin und stellte den Sicherheitsaspekt in den Vordergrund. Man habe am Beispiel Gatwick gesehen, wie anfällig internationale Verkehrsflughäfen für den Missbrauch von Drohen sind. Hier gelte es Abwehrmechanismen zu entwickeln. Gleichzeitig könne er sich aber auch den Einsatz von Drohen an Flughäfen vorstellen, beispielsweise um Sicherheitszäune zu überwachen oder Rauchentwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Rechtlicher Rahmen

Deutschland hat bereits 2017 über eine eigene Verordnung Pflichten für private Drohnennutzung festgeschrieben. Anfang 2019 sollen EU-weite Regelungen der EU-Kommission zur Zertifizierung und zum Betrieb von kleinen und mittleren Drohnen vorgelegt werden. Außerdem wird die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA anfangen, entsprechende Regelungen für große Drohnen und des Drohnenverkehrs im Luftraum zu entwickeln.

© dpa, Andreas Arnold Lesen Sie auch: Drohnenvorschriften in der EU werden vereinheitlicht

Um Drohnenmissbrauch zu verhindern, wiesen verschiedene Teilnehmer darauf hin, dass man die Drohnenindustrien die Technologie stetig weiterentwickeln müsse, um potenziellen Missbrauch immer einen Schritt voraus zu sein. Gleichzeitig müsse man Abwehrmechanismen wie Firewalls, Störsignale, Fangnetze weiterzuentwickeln. 100-prozentige Sicherheit sei aber kaum herstellbar.

Von: br
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