Branche optimistisch: IATA erhöht Gewinnprognose um ein Fünftel

03.06.2013 - 10:52 0 Kommentare

Der Branchenverband IATA erwartet, dass die Fluggesellschaften in diesem Jahr insgesamt einen Gewinn von 12,7 Milliarden Dollar (9,8 Mrd Euro) erzielen. Das wären 20 Prozent mehr als noch im März vorausgesagt

Im farbenprächtigen Sonnenuntergang landet ein Passagierflugzeug. - © © dpa - Patrick Pleul

Im farbenprächtigen Sonnenuntergang landet ein Passagierflugzeug. © dpa /Patrick Pleul

Die International Air Transport Association (IATA) hat ihre weltweite Finanzprognose für 2013 nach oben korrigiert. Danach erwartet der Weltluftfahrtverband für Fluggesellschaften weltweit einen Gewinn von 12,7 Milliarden US-Dollar. Das sind 2,1 Milliarden Dollar mehr als noch im März 2013 vorhergesagt. Der Wert der Prognose liegt außerdem deutlich über den 7,6 Milliarden US-Dollar Gewinn, den Airlines im vergangenen Jahr erwirtschaftet hatten.

Die Gewinn-Margen in der Luftfahrtbranche bleiben jedoch gering. Bei einem Umsatz von prognostizierten 711 Milliarden US-Dollar liegt die Netto-Gewinnspanne bei 1,8 Prozent. Ein Beweis für die traditionell hauchdünnen Margen der Airline-Branche ist die Tatsache, dass Fluggesellschaften trotz dieses schwachen Werts das drittstärkste Jahr seit 2001 erwarten.

IATA-Chef Tony Tyler sieht die Branche trotz aller Verbesserungen in einer schwierigen Lage. Im Mittelpunkt des Handelns stehe weiterhin "die tägliche Herausforderung, mehr Umsatz als Kosten zu generieren". Im Schnitt blieben pro Passagier lediglich vier Dollar als Gewinn bei der Fluggesellschaft hängen, die Gewinnmarge liege bei lediglich 1,8 Prozent des Umsatzes. Viele Gesellschaften kämpften daher ums Überleben.

Allerdings zeigen die Kapazitätskürzungen vieler Gesellschaften der IATA zufolge Wirkung. Die Flugzeuge dürften in diesem Jahr zu gut 80 Prozent ausgelastet sein, schätzt Tyler. Dies wäre ein neuer Spitzenwert. Noch im Jahr 2003 hatte die Sitzauslastung bei 70 Prozent gelegen. Der Verband rechnet weiterhin mit einer wachsenden Nachfrage nach Flugtickets. Die Zahl der Passagiere soll 3,13 Milliarden erreichen und damit erstmals die Drei-Milliarden-Marke knacken.

Gesamtwirtschaftliche Faktoren haben die Prognose ebenfalls beeinflusst. So wird für das laufende Jahr ein Ölpreis von 108 US-Dollar pro Barrel (Brent) erwartet - dieser Wert liegt leicht unter dem Durchschnitt von 111,8 Dollar im Jahr 2012. Gleichzeitig hat sich jedoch das Weltwirtschaftsklima seit März leicht verschlechtert. Grund ist die unerwartet lang anhaltende Rezession in Europa. Es wird jedoch erwartet, dass der niedrigere Ölpreis das schwächere wirtschaftliche Wachstum ausgleicht.

Tony Tyler: „Dass Airlines bei einem Ölpreis von 108 US-Dollar pro Barrel und schwachem Wirtschaftsklima kleine Gewinne machen, ist eine deutliche Verbesserung. Eine optimierte Performance hält die Fluggesellschaften in den schwarzen Zahlen. Zum ersten Mal wird mit einer durchschnittlichen Auslastung von 80 Prozent im Gesamtjahr gerechnet. Und die Zusatzerlöse in Höhe von 5 Prozent des Gesamtergebnisses zeigen, dass Airlines neue Wege gefunden haben, um Fluggästen auf Reisen einen Mehrwert zu bieten.“

Die Regionen im Einzelnen:

Die IATA erwartet für alle Regionen Gewinne, wenn auch unterschiedlich stark ausgeprägt. Größere Fluggesellschaften und Airlines in Nischenmärkten konnten ihre Profitabilität steigern, während kleinere Gesellschaften mit den hohen Preisen und einer schwachen wirtschaftlichen Performance kämpfen.

In Europa erwartet die IATA einen Gewinn von 1,6 Milliarden Dollar. Das ist doppelt so viel wie in der vergangenen Prognose im März 2013 vorhergesagt. Trotz dieser deutlichen Verbesserung liegt die EBIT-Marge in dieser Region bei nur 1,3 Prozent. Dies ist - nach Afrika mit 0,9 Prozent - der zweitschwächste Wert. In Revenue Passenger Kilometres (RPK) gemessen wächst die Nachfrage mit 4,0 Prozent weiterhin stark. Die Kapazitäten werden voraussichtlich um 2,7 Prozent ausgebaut.

Für Fluggesellschaften in Nordamerika rechnet der Weltluftverband mit einem Gewinn von 4,4 Milliarden Dollar. Dieser liegt damit deutlich höher als im März vorhergesagt (3,6 Milliarden Dollar). Im asiatisch-pazifischen Raum prognostiziert die IATA 4,4 Milliarden Dollar Gewinn (März 2013: 4,2 Milliarden Dollar).

Im Nahen und Mittleren Osten erwartet die IATA für Airlines einen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar (März 2013: 1,4 Milliarden Dollar), in Lateinamerika 0,6 Milliarden Dollar (unverändert gegenüber März 2013). Fluggesellschaften in Afrika zeigen gemäß der Prognose weiterhin die schlechteste Performance aller Regionen: Hier liegt die Auslastung voraussichtlich nur bei 70 Prozent, die Gewinne insgesamt bei 100 Millionen Dollar.

Externer Link: Komplette IATA-Prognose

Von: IATA, dpa, dpa-AFX, airliners.de
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