Streiks in Luftfahrt

Branche fordert gesetzliche Neuregelungen

26.04.2016 - 16:35 0 Kommentare

Angesichts der angekündigten Verdi-Streiks an mehreren deutschen Flughäfen hat der Branchenverband BDL jetzt erneut zusätzliche Regelungen zum Tarifeinheitsgesetz gefordert. Dabei geht es unter anderem um Ankündigungsfristen.

Die Gewerkschaft Verdi hat zu Streiks aufgerufen. - © © dpa - Carmen Jaspersen

Die Gewerkschaft Verdi hat zu Streiks aufgerufen. © dpa /Carmen Jaspersen

Die für Mittwoch angekündigten Warnstreiks an sechs deutschen Flughäfen haben für scharfe Kritik seitens der Luftverkehrsbranche geführt. Der Flughafenverband ADV kritisierte die geplanten Arbeitsniederlegungen in einer Mitteilung als völlig unangemessen. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) forderte erneut zusätzliche Regelungen zum erst unlängst in Kraft getretenen Tarifeinheitsgesetz.

Mit den Ausständen würden zehntausende Passagiere zum Spielball der Verdi-Streiktaktik, so ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Flughäfen würden als öffentlichkeitswirksame Schaubühne missbraucht.

BDL: Besonderheiten des Luftverkehrs nicht berücksichtigt

Für den BDL belegen die angekündigten Warnstreiks, dass das Tarifeinheitsgesetz auf die Besonderheiten des Luftverkehrs keine Antwort hat. Immer noch könnten einzelne Gruppe in der Dienstleistungskette den gesamten Flugverkehr lahmlegen, ohne dass die betroffenen Unternehmen Beteiligte an der jeweiligen Tarifauseinandersetzung sind.

So wie beispielsweise die Lufthansa, die für Mittwoch wegen des Ausstands rund 900 von ursprünglich geplanten rund 1.500 Flügen gestrichen hat. "Es ist unzumutbar, dass die Auswirkungen dieses Streiks vor allem unsere Fluggäste betreffen", kritisierte Bettina Volkens, Lufthansa-Personalvorstand in einer Mitteilung. Damit schädige Verdi im harten Wettbewerb insbesondere diejenige Fluggesellschaft, die ihren Mitarbeitern die höchsten Sozialstandards biete.

Der Branchenverband BDL fordert deshalb jetzt wie bereits im Mai 2015 ergänzende Regeln zum Tarifeinheitsgesetz. Als Beispiele wurden in einer Mitteilung ein vorgeschaltetes Schlichtungsverfahren, bevor über Arbeitskampfmaßnahmen entschieden wird sowie Ankündigungsfristen genannt. Zudem seien die Vereinbarung einer Notversorgung sowie die Verpflichtung zur Urabstimmung erforderlich.

© dpa, Arne Dedert Lesen Sie auch: Lufthansa könnte zum ersten Testfall für Tarifeinheit werden

Die USA, Frankreich, Italien und Spanien wurden als beispielhafte Länder genannt, in denen es im Verkehrsbereich eine Abwägung zwischen dem Streikrecht und den grundlegenden Persönlichkeitsrechten von Betroffenen gebe. Gleichzeitig betonte der BDL, dass Tarifautonomie und Koalitionsfreiheit auch für die deutsche Luftverkehrswirtschaft ein hohes Gut sei.

© dpa, Carmen Jaspersen Streiks in Luftfahrt: Verdi verteidigt bisheriges Vorgehen

Von: gk
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