Branche uneins über angeregten Sozialpartner-Dialog

03.01.2017 - 15:16 0 Kommentare

IGL-Chef Nicoley Baublies hat einen neuen Dialog zwischen den Sozialpartnern in der Luftfahrt gefordert. Den gibt es bereits, kontert nun der Luftverkehrs-Dachverband BDL und erteilt in einem konkreten Punkt eine Absage.

Nicoley Baublies, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Luftverkehr.

Nicoley Baublies, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Luftverkehr.
© dpa - Frank Rumpenhorst

Matthias von Randow

Matthias von Randow
© dpa - Stephanie Pilick

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hat sich zurückhaltend auf einen Vorstoß der Industriegewerkschaft Luftverkehr (IGL) zu einem neuen Branchendialog der Sozialpartner geäußert.

Schon seit 2013 würden Unternehmen, Gewerkschaften und Betriebsräte auf Grundlage einer gemeinsamen politischen Agenda zu zentralen industriepolitischen Themen zusammenarbeiten, sagte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow jetzt auf Anfrage.

"Tarifpolitische Fragen sind dabei generell ausgenommen", stellt von Randow zudem klar. Das sei branchenübergreifend bei einer solchen industriepolitischen Zusammenarbeit selbstverständlich.

IGL will internen Dialog der Sozialpartner

"Die Vorzeichen haben sich geändert, es geht um weit mehr als reine Tariffragen", konkretisierte IGL-Vorstand Nicoley Baublies derweil seine Dialogvorstellungen gegenüber airliners.de: Vor dem Hintergrund der Konsolidierung fehle ein echter Dialog zwischen den Sozialpartnern innerhalb der Luftverkehrsbranche.

Das sieht der BDL anders. Auf Seiten der Unternehmen stelle man bereits die gemeinsame Plattform für Unternehmen, Gewerkschaften und Betriebsräte: So koordiniere der BDL gemeinsame Initiativen, habe mehrere parlamentarische Abende zu wesentlichen Branchenanliegen des Luftverkehrs veranstaltet und gemeinsame Briefe verfasst.

Die Branche habe dabei allerdings lediglich Forderungen nach außen formuliert, kritisiert IGL-Chef Baublies. Zudem hätten sich die Vorzeichen geändert. Darum müsse man nun den Blick nach innen schärfen. Es geht bei den aktuellen Herausforderungen der Branche um mehr als reine Tariffragen.

© AirTeamImages.com, Rudi Boigelot/Alun Morris Jones, Kollage: a.de Lesen Sie auch: Air-Berlin-Aufteilung wirkt sich auf Flughäfen aus

Air Berlin etwa scheine künftig keine Rolle mehr zu spielen und viele kleinere deutsche Flughäfen seien in ihrer Existenz bedroht, so Baublies weiter. "Es geht um insgesamt hunderttausende Arbeitsplätze in Deutschland."

Die von der Flugbegleitergewerkschaft Ufo neu initiierte IGL sieht sich als gemeinsame Interessenvertretung für alle Beschäftigtengruppen in der Luftverkehrswirtschaft. Sie hatte zuletzt nach den jüngsten Sparankündigungen von Lufthansa Technik öffentlich einen breiten Dialog zwischen Arbeitgebern, Gewerkschaften und Politik gefordert und den BDL als Plattform dafür vorgeschlagen.

Von: dh
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