Bombardier verschiebt Auslieferung der CSeries auf 2015

17.01.2014 - 11:03 0 Kommentare

Bombardier hat erneut Probleme mit der neuen CSeries-Familie. Demnach benötigt der kanadische Flugzeugbauer für die Flugtestphase mehr Zeit als geplant. Kunden müssen somit länger auf die Getriebefan-Jets warten.

Bombardier CSeries CS100 FTV4

Bombardier CSeries CS100 FTV4
© Bombardier Aerospace

Bombardier CSeries CS100 FTV3

Bombardier CSeries CS100 FTV3
© Bombardier Aerospace

Bombardier CSeries CS100 FTV3 (links) und FTV2

Bombardier CSeries CS100 FTV3 (links) und FTV2
© Bombardier Aerospace

Bombardier CSeries CS100 FTV2

Bombardier CSeries CS100 FTV2
© Bombardier Aerospace

Bombardier CSeries CS100 FTV5. Ganz hinten der Rumpf der ersten CS300

Bombardier CSeries CS100 FTV5. Ganz hinten der Rumpf der ersten CS300
© Bombardier Aerospace

Erster Bombardier CSeries CS100 der Serienproduktion

Erster Bombardier CSeries CS100 der Serienproduktion
© Bombardier Aerospace

Bombardier CS100 beim Erstflug am 16. September 2013.

Bombardier CS100 beim Erstflug am 16. September 2013.
© Bombardier

Airbus und Boeing können den lukrativen Markt der Mittelstrecken-Jets noch etwas länger unter sich aufteilen. Der kanadische Angreifer Bombardier Aerospace wird seine neue Jet-Familie „CSeries“ erst ab dem zweiten Halbjahr 2015 ausliefern. Eigentlich sollten die Flieger schon in diesem Jahr an die ersten Kunden übergeben werden.

Die Flugtests erforderten mehr Zeit, erklärte Bombardier in Montreal. Bereits der Jungfernflug der neuen Flugzeugfamilie musste mehrmals verschoben werden, bis im September 2013 endlich der erste Jet abhob.

Der kanadische Hersteller setzt große Hoffnungen in die neue Flugzeugfamilie. Die CS100 kann rund 100 bis 125 Passagiere aufnehmen, die größere CS300 kommt je nach Kabinenlayout auf bis zu 160 Sitze. Die bislang größte Bombardier-Jetfamilie soll damit die erfolgreichen Mittelstreckenmuster Airbus A320 und Boeing 737 "von unten" angreifen. Vor allem will Bombardier mit der CSeries aber gegen die erfolgreiche Embraer-EJet-Familie kontern.

Die beiden Versionen CS100 und CS300 haben eine Reichweite von 4.000 bis rund 5.400 Kilometern (ER-Version). Beim Antrieb hat sich Bombardier für das PurePower PW1500G von Pratt & Whitney entschieden. Dieser Getriebefan (GTF-Geared Turbofan) basiert auf einer völlig neuen Triebwerksarchitektur. Das Einsparpotential kommt von einem Untersetzungsgetriebe zwischen Fan und Niederdruckturbine. Bei herkömmlichen Triebwerken sind beide durch eine Welle miteinander verbunden.

Durch die Entkoppelung kann der Fan mit seinem großen Durchmesser langsamer drehen und die Niederdruckturbine erheblich schneller. Dadurch erreichen beide Komponenten ihr jeweiliges Optimum und verhelfen dem Getriebefan zu einem sehr hohen Wirkungsgrad. Das verringert den Treibstoffverbrauch sowie den Kohlendioxidausstoß und halbiert den Lärm. Der Antrieb ist leichter als herkömmliche Triebwerke, da weniger Teile und Stufen benötigt werden. Laut Hersteller soll sich ein Kostenvorteil von 15 Prozent bei den Betriebskosten und 20 Prozent beim Treibstoffverbrauch ergeben. Deutschlands führender Triebwerkshersteller MTU steuert zum Getriebefan unter anderem die schnelllaufende Niederdruckturbine bei. Gemeinsam mit Pratt & Whitney baut man zudem den Hochdruckverdichter.

Insgesamt liegen 445 Bestellungen und Zusagen für die CSeries vor. Zu den Kunden gehört unter anderem auch der Lufthansa-Konzern, der für die Tochter Swiss 30 CS100 fest orderte. Zusätzlich verfügt der Kranich über Optionen für weitere 30 Jets. Mit ihnen könnte die Tochter Austrian Airlines ab 2016 ihre alternde Fokker-Flotte ersetzen. Ferner hat die schweizerische Privatair fünf CS100 geordert und sich Optionen für fünf weitere Maschinen gesichert.

Von: dpa, airliners.de
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