Bombardier streicht tausende Stellen

21.10.2016 - 17:03 0 Kommentare

7500 Stellen - so viele sollen beim kanadischen Flugzeug- und Bahntechnikhersteller Bombardier wegfallen. Die Maßnahme hängt auch mit der neuen CSeries zusammen.

Duch den Stellenabbau will Bombardier Geld sparen. Foto: © Bombardier Aerospace

Der angeschlagene kanadische Zug- und Flugzeugbauer Bombardier setzt seine Umstrukturierung mit weiterem Stellenabbau fort. Rund 7500 Jobs sollen weltweit in Produktion und Verwaltung wegfallen, teilte das Unternehmen jetzt mit. Der Konzern will so bis Ende 2018 rund 300 Millionen US-Dollar (275 Millionen Euro) einsparen.

Die Stellenstreichungen sollen den Angaben zufolge bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Ein Sprecher erklärte auf Nachfrage, der Abbau solle möglichst durch freiwilliges Ausscheiden von Mitarbeitern und Versetzungen umgesetzt werden.

Stellenabbau soll Flugzeugprogramme sichern

Die Maßnahmen würden dazu dienen, den Hochlauf bei wichtigen Wachstumsprogrammen wie den Flugzeugprogrammen CSeries und Global 7000 zu sichern und den Gewinn von Großaufträgen im Schienenverkehrsgeschäft zu unterstützen, teilte der Konzern weiter mit.

Bei der Entwicklung der CSeries hatte der Flugzeugbauer mit Problemen und Verzögerungen zu kämpfen. So gefährdete zum Beispiel eine Triebwerksexplosion den Zeitplan. Nach fast drei Jahren Verspätung und sechs Milliarden Dollar Kosten ging die CSeries dann in Betrieb (Erstkundin ist die Swiss).

"Die Belastungen haben nicht nur fast den gesamten Konzern in die Knie gezwungen", sagte der Hamburger Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt der "Wirtschaftswoche". "Auch heute ist Bombardier weit davon entfernt, mit der Maschine Geld zu verdienen."

© Bombardier Aerospace, Lesen Sie auch: Bombardier sucht weiter nach Partner für die C-Serie

Der Konzern hat nach eigenen Angaben weltweit gut 70.000 Mitarbeiter, davon mehr als 8000 in Deutschland. In der Bundesrepublik liegt der Fokus auf der Entwicklung und Fertigung von Bahntechnik.

Ob auch hierzulande Stellen abgebaut werden, blieb zunächst unklar. Es würden nun Gespräche mit den Sozialpartnern begonnen, sagte ein Sprecher von Bombardier Transportation in Berlin. In etwa sechs bis acht Wochen solle dann klar sein, welche Standorte in welchen Ländern von den Maßnahmen betroffen sein werden.

Von: ch, AFP, dpa-AFX
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