Bombardier sucht weiter nach Partner für die C-Serie

13.10.2015 - 10:02 0 Kommentare

Die Gespräche mit Airbus sind geplatzt - nun sucht der kanadische Flugzeughersteller Bombardier einen neuen Partner. Es geht um die neue CSeries. Die möglichen Partner sind in der Luftfahrtindustrie bekannte Konzerne.

Bombardier CS100

Bombardier CS100
© Bombardier Aerospace

Bombardier CS100

Bombardier CS100
© Bombardier Aerospace

Bombardier CS100 beim Erstflug am 16. September 2013.

Bombardier CS100 beim Erstflug am 16. September 2013.
© Bombardier

Bombardier CS300

Bombardier CS300
© Bombardier

Bombardier CSeries CS300

Bombardier CSeries CS300
© Bombardier

Nach den geplatzten Gesprächen mit Airbus sucht der Flugzeug- und Zughersteller Bombardier laut einer mit der Sache vertrauten Person weiter nach einem Partner für seinen bisher größten Flugzeugtyp. Dabei haben die Kanadier auch den Branchenriesen Boeing und den brasilianischen Regionaljet-Hersteller Embraer im Auge, wie es jetzt aus dem Umfeld der Planungen hieß.

Die neue Bombardier CSeries soll 2016 erstmals ausgeliefert werden. Bombardier ist bisher für Geschäftsreise- und Regionaljets bekannt. Mit der CSeries zielt der Konzern auf das Segment der Mittelstreckenjets, das bisher von Boeing und Airbus beherrscht wird.

Gespräche mit Airbus sind gescheitert

Vergangene Woche war bekanntgeworden, dass Bombardier die C-Serie in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem europäischen Flugzeugbauer Airbus überführen wollte. Der Deal kam jedoch nicht zustande. Bombardier sitzt auf einem hohen Schuldenberg, die parallele Entwicklung der CSeries verschlingt hohe Summen.

In der Öffentlichkeit wurde das geplante Bündnis mit Airbus vielfach als Hilferuf der Kanadier verstanden, zumal sich Bombardier auch mit einem Börsengang der Zugsparte finanziell Luft verschaffen will. Dem Insider zufolge sollen dabei jedoch 70 bis 80 Prozent der Zug-Anteile in den Händen von Bombardier bleiben. Bis Ende des Jahres soll über den Börsengang Klarheit herrschen.

© Bombardier, Lesen Sie auch: Airbus und Bombardier brechen Gespräche über Kooperation ab

Im Umfeld des C-Serie-Projekts wird beteuert, dass das Geld für die Entwicklung und den Bau der Flugzeuge ausreiche. Von einem Bündnis mit Airbus oder einem anderen Hersteller versprächen sich die Kanadier vor allem Vorteile bei der Einkaufsmacht gegenüber Zulieferern und bei der Vermarktung. Sollte sich kein Partner finden, werde das Unternehmen die C-Serie alleine weiterbauen. Schließlich würden in den kommenden 20 Jahren weltweit voraussichtlich 4000 bis 5000 Maschinen dieser Größe benötigt.

Unklar bleibt, ob eine Beteiligung an der C-Serie einem anderen Flugzeugbauer genügend Vorteile bietet, so dass dieser einen Einstieg wagt. Die CS100 kann zwischen 100 und 125 Passagiere aufnehmen, die größere CS300 kommt je nach Kabinenlayout auf bis zu 160 Sitze. Die bislang größte Bombardier-Jetfamilie soll den erfolgreichen Mittelstreckenmustern Airbus A320 und Boeing 737 Konkurrenz machen.

Seit einem Jahr keine Bestellungen mehr

Bombardiers Rivale bei den Regionaljets, der brasilianische Hersteller Embraer, hat bislang davon abgesehen, mit einem größeren Flugzeugtyp in das Revier von Airbus und Boeing vorzudringen. Bombardier hat mit der C-Serie derweil mit mehrjährigen Verzögerungen zu kämpfen. Die Erstkundin der CS100, die Lufthansa-Tochter Swiss, soll ihr erstes Exemplar nun Mitte 2016 erhalten.

© Bombardier, Lesen Sie auch: Swiss wird als erste Airline Bombardier CS100 einsetzen

Seit mehr als einem Jahr hat keine Airline mehr den Jet bestellt, der bei Paris im Juni erstmals auf einer Luftfahrtmesse zu sehen war. Bombardier liegen 243 Festbestellungen vor, bis zur Indienststellung des ersten Exemplars sollen es eigentlich 300 sein. Allerdings haben Interessenten zusätzlich zu den Festbestellungen unverbindliche Vorverträge für mehr als 350 Maschinen unterzeichnet.

Von: ch, dpa-AFX
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