Bombardier CSeries absolviert Erstflug

16.09.2013 - 13:14 0 Kommentare

Bombardier Aerospace hat am Montag den Erstflug seiner neuen CSeries-Familie mit innovativen Getriebefan-Triebwerken gefeiert. Das Event wurde live im Internet übertragen.

Bombardier CS100 beim Erstflug am 16. September 2013.

Bombardier CS100 beim Erstflug am 16. September 2013.
© Bombardier

Bombardier CSeries landet nach erfolgreichem Erstflug.

Bombardier CSeries landet nach erfolgreichem Erstflug.
© Bombardier

Bombardier CS100

Bombardier CS100
© Bombardier Aerospace

Bombardier CS100

Bombardier CS100
© Bombardier Aerospace

Bombardier CS100

Bombardier CS100
© Bombardier Aerospace

Bombardier CS100

Bombardier CS100
© Bombardier Aerospace

Bombardier CSeries CS100

Bombardier CSeries CS100
© Bombardier

Bombardier CS100 in Swiss-Farben.

Bombardier CS100 in Swiss-Farben.
© Bombardier

Blick in das geöffnete PW1500G-Triebwerk

Blick in das geöffnete PW1500G-Triebwerk
© Bombardier

PurePower-PW1500G-Getriebfan von Pratt & Whitney

PurePower-PW1500G-Getriebfan von Pratt & Whitney
© Bombardier

Bombardier Aerospace hat nach mehrmaligen Verzögerungen am Montagvormittag um 9:55 Uhr Ortszeit (16:55 Uhr deutsche Zeit) am Flughafen des Firmensitzes in Montreal seine neue CSeries erfolgreich in die Luft gebracht. Den Jungfernflug hatte Bombardier live im Internet übertragen. Nun gibt es ein Video des Starts auf Youtube:

Nach rund drei Stunden setzte die Erstflugmaschine FTV1, eine CS100 mit dem Kennzeichen C-FBCS, wieder auf dem Flughafen am Bombardier-Firmensitz auf. Die Flugtestcrew hatte mit dem Flugzeug etliche Kreise nördlich des Flughafens gedreht und erste Tests durchgeführt, bevor die Maschine wieder zur Landung ansetzte:

Der kanadische Hersteller setzt große Hoffnungen in die neue Flugzeugfamilie. Die CS100 kann rund 100 bis 125 Passagiere aufnehmen, die größere CS300 kommt je nach Kabinenlayout auf bis zu 160 Sitze. Die bislang größte Bombardier-Jetfamilie soll damit die erfolgreichen Mittelstreckenmuster Airbus A320 und Boeing 737 "von unten" angreifen. Vor allem will Bombardier mit der CSeries aber gegen die erfolgreiche Embraer-EJet-Familie kontern.

Die beiden Versionen der komplett neu entworfenen CSeries-Familie haben eine Reichweite von 4.000 bis rund 5.400 Kilometern (ER-Version). Beim Antrieb hat sich Bombardier für das PurePower PW1500G von Pratt & Whitney entschieden. Dieser Getriebefan (GTF-Geared Turbofan) basiert auf einer völlig neuen Triebwerksarchitektur. Das Einsparpotential kommt von einem Untersetzungsgetriebe zwischen Fan und Niederdruckturbine. Bei herkömmlichen Triebwerken sind beide durch eine Welle miteinander verbunden.

Durch die Entkoppelung kann der Fan mit seinem großen Durchmesser langsamer drehen und die Niederdruckturbine erheblich schneller. Dadurch erreichen beide Komponenten ihr jeweiliges Optimum und verhelfen dem Getriebefan zu einem sehr hohen Wirkungsgrad. Das verringert den Treibstoffverbrauch sowie den Kohlendioxidausstoß und halbiert den Lärm. Der Antrieb ist leichter als herkömmliche Triebwerke, da weniger Teile und Stufen benötigt werden. Laut Hersteller soll sich ein Kostenvorteil von 15 Prozent bei den Betriebskosten und 20 Prozent beim Treibstoffverbrauch ergeben. Deutschlands führender Triebwerkshersteller MTU steuert zum Getriebefan unter anderem die schnelllaufende Niederdruckturbine bei. Gemeinsam mit Pratt & Whitney baut man zudem den Hochdruckverdichter.

Aktuell hat Bombardier 388 Aufträge und Kaufzusagen für CSeries-Flugzeuge erhalten, darunter 177 Festaufträge. Zu den Kunden gehört unter anderem auch der Lufthansa-Konzern, der für die Tochter Swiss 30 CS100 fest orderte. Zusätzlich verfügt der Kranich über Optionen für weitere 30 Jets. Mit ihnen könnte die Tochter Austrian Airlines ab 2016 ihre alternde Fokker-Flotte ersetzen. Ferner hat die schweizerische Privatair fünf CS100 geordert und sich Optionen für fünf weitere Maschinen gesichert.

Von: airliners.de
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