737-Max-Update liegt noch nicht zur Zertifizierung vor

24.05.2019 - 08:40 0 Kommentare

Eigentlich sollte eine Konferenz in den USA die Wiederzulassung der Boeing 737 Max voranbringen. Den Luftaufsichtsbehörden liegt das bereits zweimal als fertig angekündigte Boeing-Update aber noch nicht zur Zertifizierung vor. Die Flugzeuge könnten noch monatelang am Boden bleiben.

Chef der US-Luftfahrtbehörde FAA Daniel Elwell. - © © dpa - Andrew Harnik/AP

Chef der US-Luftfahrtbehörde FAA Daniel Elwell. © dpa /Andrew Harnik/AP

Boeing hat das in der vergangenen Woche abgeschlossene Softwareupdate für die Boeing 737 Max noch nicht der amerikanischen Flugsicherheitsbehörde FAA vorgelegt, teilte Behördenchef Daniel Elwell im Rahmen eines Treffens von Vertretern der Luftaufsichtsbehörden zahlreicher Staaten im texanischen Fort Worth mit. Besprochen wurde die internationale Wiederzulassung der seit März gegroundeten Maschine.

FAA-Chef Elwell erklärte dazu, Boeing habe die Updates der Behörde noch nicht präsentiert. Boeing sei bereits vor zwei Monaten kurz davor gewesen, die verlangten Updates vorzulegen, habe aber dann zurückgezogen, als ein Ausschuss Bedenken geäußert habe, so Elwell.

Flugzeuge könnten noch Monate am Boden bleiben

Das Treffen endete ohne einen Zeitplan für die Wiederzulassung der Boeing 737 Max. Entscheidend sei es, sicherzustellen, "das das Flugzeug sicher ist, bevor es wieder fliegt", so Elwell. Die Gespräche und ein Austausch der Informationen zwischen den Aufsichtsbehörden liefen weiter, erklärte er. Jedes Land werde selbstständig für sich entscheiden, ob und wann es den Flugzeugtyp wieder zulasse.

Elwell erklärte gegenüber Bloomberg, dass seine Technikexperten jeden Stein umdrehen würden. Sollte es ein Jahr dauern, bis die Behörde alles Nötige habe, um die Flugzeuge wieder fliegen zu lassen, "dann soll es so sein. Damit könnte das Flugzeug noch Monate am Boden bleiben.

Die Easa untermauert unterdessen, dass sie selbst umfassende Prüfungen vor einer Wiederzulassung der 737-Max-Baureihe durchführen werde. Wie die Behörde auf Anfrage von airliners.de mitteilte, arbeite sie daran, die Max so schnell wie möglich wieder für den regulären Betrieb freizugeben. Zuvor müsse die Sicherheit jedoch "komplett sichergestellt" sein. Bevor die Max in Europa wieder fliegen darf, werde die Easa einen unabhängigen "Design Review" durchführen.

© dpa, Ted S. Warren/AP Lesen Sie auch: Update für Steuerungs-Software der 737 Max abgeschlossen

Für Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max war im März ein weltweites Flugverbot verhängt worden, nachdem innerhalb von fünf Monaten zwei Maschinen dieses Typs unter ähnlichen Umständen abgestürzt waren. Bei den Unglücken im Oktober in Indonesien und im März in Äthiopien waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen.

In beiden Fällen steht das speziell für die Boeing 737 Max entwickelte Stabilisierungssystem MCAS (Maneuvering Characteristics Augmentation System) im Verdacht, eine verheerende Rolle gespielt zu haben. Es drückt bei einem drohenden Strömungsabriss die Nase des Flugzeugs automatisch nach unten, auch wenn die Piloten gegensteuern.

© Air Team Images, Weimeng Lesen Sie auch: Piloten stellen Forderungen an 737-Max-Wiederzulassung

Von: br mit dpa, AFP
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