Boeings 737-Problem wird kleiner

26.09.2018 - 15:09 0 Kommentare

Die Probleme bei der Auslieferung von Boeing-737-Jets werden kleiner. Gleichzeitig zeigen sich an anderen Stellen Schwierigkeiten, die laut Medien das Produktionsziel gefährden.

Leap-Triebwerk einer Boeing 737. - © © AirTeamImages.com - Steve Flint

Leap-Triebwerk einer Boeing 737. © AirTeamImages.com /Steve Flint

Flugzeugbauer Boeing macht offenbar Fortschritte bei der Auslieferung von 737-Flugzeugen. So lieferte der Konzern im August 48 Maschinen des Single-Aisle-Typs aus. Damit ist der monatliche Zielwert, der angesichts der sich in Renton stauenden Jets steigen sollte, nur knapp überschritten, ist zwar noch weit entfernt vom monatlichen Zielwert, doch die Zahl der sich in Renton anstauenden 737-Jets stieg damit lediglich um ein halbes Dutzend. Im Juli stieg diese Zahl um noch 24.

Unser Team hat im August gute Fortschritte gemacht und wir konzentrieren uns darauf, den Lieferplan bis Ende des Jahres vollständig wiederherzustellen.Paul Bergman, Sprecher von Boeing

Ende August sollen in Renton laut Beobachtern 40 unfertige 737-Flugzeuge gestanden haben. Denn: Der Flugzeugbauer kommt mit der Auslieferung nicht nach. Die Probleme führt er selbst auf Lieferengpässe bei Rümpfen durch den kanadischen Zulieferer Spirit Aero Systems und neue Leap-Triebwerke von CFM für die Max-Versionen zurück.

Bis Jahresende will Boeing insgesamt 810 Flugzeuge aller Typen ausliefern. Laut Analysten müsse der Konzern dafür ab September monatlich allein 59 737-Maschinen abgeben. Boeing hatte angekündigt, die Produktionsrate von 47 monatlich ausgelieferten Maschinen in zwei Jahren auf 60 Jets pro Monat hochzufahren.

Probleme an anderen Stellen

Wohingegen Boeing bei der Verzögerung durch die zähe Zulieferung mit Triebwerken vorankommt, tut sich offenbar an anderer Stelle ein Problem auf. Mitarbeiter berichten, dass nicht mehr die Motoren zu Engpässen führen. Laut der "Seattle Times" ist die Zahl offener Arbeiten an den 737-Jets von Ende August zu Mitte September sogar gestiegen.

Boeing-737-Produktion
Offene Arbeitsschritte
30. August 26600
6. September 31000
31. Oktober* 1500

* = Zielwert Quelle: "Seattle Times"

Gleichzeitig habe sich Boeing das Ziel gesetzt, bis Ende Oktober lediglich noch 50 offene Arbeitsschritte pro Flugzeug haben zu wollen. Dies entspricht einem Gesamtwert von rund 1500 Arbeiten. Dazu zählen unter anderem Arbeiten in der Endmontage und Pre-Flight-Tests.

600 zusätzliche Mitarbeiter

Im Werk von Boeing am Flughafen Renton arbeiten rund 10.000 Menschen. Um die jetzigen Lieferengpässe in den Griff zu bekommen, sollen etwa 600 zusätzliche Mitarbeiter unterstützend zum Einsatz kommen - zum Teil durch Neueinstellungen, zum Teil wird die Lücke mit Personal aus Everett geschlossen.

Die Lücke ist auch durch den Umstand bedingt, dass die Boeing-Geschäftsführung viele ältere Mitarbeiter in den Ruhestand geschickt hat. Diese würden jetzt fehlen, was zu negativen Auswirkungen auf die Flugzeugproduktion führt, heißt es.

Erst im März 2018 wurde in Renton die Auslieferung des 10.000 Flugzeugs der 737-Familie gefeiert. Den Zwei-Strahler gibt es seit 1967, er hat sich in den vergangenen fünfzig Jahren zum meistverkauften Flugzeug der Luftfahrt entwickelt.

Von: cs
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