Boeing unterliegt im Zoll-Streit Bombardier

Die US-Handelskommission kippt die von der Regierung eingeführten Strafzölle gegen Bombardier. Die Aufschläge sollten Boeing vor kanadischem Konkurrenten schützen.

Bombardier CS300 - © © Bombardier -

Bombardier CS300 © Bombardier

Die unabhängige US-Handelskommission (USITC) hat die von der US-Regierung verhängten Strafzölle gegen den kanadischen Flugzeughersteller Bombardier gekippt. Die Kommission entschied, dass die Zölle von fast 300 Prozent auf die Maschinen der C-Serie ungerechtfertigt seien. Das vierköpfige Gremium gelangte einstimmig zu dem Schluss, dass kein unfairer Wettbewerb gegen da US-Unternehmen Boeing vorliege.

Die Entscheidung der Kommission zur Kontrolle unfairer Praktiken im internationalen Handel ist für die US-Regierung bindend. Bombardier reagierte hocherfreut. Es handle sich um einen "Sieg für die Innovation, den Wettbewerb und den Primat des Rechts", erklärte das Unternehmen. Boeing zeigte sich "enttäuscht" darüber, dass die USITC nicht den "Schaden" anerkannt habe, der dem US-Konzern durch unfairen Wettbewerb aus Kanada entstehe.

Was Boeing Bombardier vorwirft

Das US-Handelsministerium hatte die Strafzölle im Dezember verhängt. Es begründete den Schritt damit, dass Bombardier von der kanadischen Regierung in unfairer Weise subventioniert werde. Die Strafzölle belasteten die Beziehungen der Nachbarländer und auch die Verhandlungen über eine Neufassung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (Nafta) zwischen Kanada, den USA und Mexiko.

Boeing wirft Bombardier vor, die Maschinen für 19,6 Millionen Dollar (umgerechnet rund 15,8 Millionen Euro) zu verkaufen, während die tatsächlichen Produktionskosten bei 33,2 Millionen Dollar lägen. Delta Airlines hatte bei Bombardier 75 der Mittelstreckenmaschinen bestellt, die Platz für 100 bis 150 Passagiere haben.

Von: cs, AFP

Datum: 29.01.2018 - 13:55

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