Boeing erhöht nach Quartalsgewinn seine Gewinnprognose

26.04.2017 - 16:29 0 Kommentare

Quartalsbilanz bei Boeing: In den ersten drei Monaten steht ein Gewinnplus von fast 20 Prozent. Das liegt nicht nur an einer Steuergutschrift, sondern auch an Sonderbelastungen aus dem Vorjahreszeitraum.

Endmontage der Boeing 787-9

Endmontage der Boeing 787-9 "Dreamliner" in South Carolina. © Boeing

Weniger Ärger mit großen Flugzeugtypen und eine Steuergutschrift haben dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern Boeing zum Jahresstart ein dickes Gewinnplus beschert. Für das erste Quartal standen unter dem Strich 1,45 Milliarden US-Dollar (1,3 Milliarden Euro) und damit 19 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie der Airbus-Rivale jetzt in Chicago mitteilte. Konzernchef Dennis Muilenburg schraubte daher seine Gewinnerwartungen für 2017 herauf.

Am Finanzmarkt sorgten die Nachrichten zunächst dennoch für einen Kursverlust. Im vorbörslichen New Yorker Handel sackte der Kurs der Boeing-Papiere um 1,37 Prozent ab - obwohl der US-Konzern im ersten Quartal besser abgeschnitten hatte als von Analysten erwartet. Seit Jahresbeginn hat der Kurs allerdings auch schon um 18 Prozent zugelegt.

Erlöse in Verkehrsflugzeugsparte werden weniger

Allerdings lag das Gewinnplus neben einer Steuergutschrift auch an teuren Einschlägen im Vorjahresquartal. Da hatte Boeing wegen der Absatzprobleme beim Jumbo-Jet 747-8 und Schwierigkeiten mit dem neuen Tankflugzeug für die USA hohe Sonderbelastungen schultern müssen. Diesmal brach der Umsatz um sieben Prozent auf knapp 21 Milliarden Dollar ein. Grund war ein 18-prozentiger Umsatzrückgang auf 6,5 Milliarden Dollar in der Rüstungs- und Raumfahrtsparte.

In der Verkehrsflugzeugsparte schrumpften die Erlöse um ein Prozent auf 14,3 Milliarden Dollar - sie hatte mit 169 Maschinen sieben Jets weniger ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum.

Bei seinem Verkaufsschlager 787 "Dreamliner" kommt dem Konzern zugute, dass er Fluggesellschaften nicht mehr für die verspätete Auslieferung ihrer Flieger entschädigen muss. Boeing hatte den ersten "Dreamliner" 2011 wegen technischer Probleme mit mehr als drei Jahren Verspätung ausgeliefert. Während das Auftragsbuch prall gefüllt war, kamen die Verzögerungen den Hersteller teuer zu stehen.

© dpa - Bildfunk, epa Rain Lesen Sie auch: Boeing will nach Gewinnrückgang wieder durchstarten

Trotz der rückläufigen Auslieferungen zum Jahresstart will Boeing im Gesamtjahr weiterhin 760 bis 765 Verkehrsjets ausliefern. Auch stellt der Konzern weiterhin Erlöse zwischen 90,5 und 92,5 Milliarden Dollar in Aussicht. Der Gewinn je Aktie soll nun 10,35 bis 10,55 Dollar erreichen, zehn Cent mehr als bislang angepeilt.

An diesem Donnerstag legt auch der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus seine Quartalszahlen vor. Bei den Neubestellungen für die viel gefragten Mittelstreckenjets hat Airbus' Neuauflage A320neo der Boeing 737-MAX den Rang abgelaufen. Für ihre ganz großen Passagierjets - die Boeing 747 und die A380 - gibt es zuletzt kaum noch Aufträge.

Von: ch, dpa-AFX
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Bei Airbus in Toulouse wird eine A350 montiert. Gewinn bei Airbus bricht ein

    Airbus muss einen Gewinnrückgang von 34 Prozent in der Quartalsbilanz verzeichnen. Dies teilt der Konzern mit und kündigt gleichzeitig eine weitere Drosselung bei der Produktion der A380 an.

    Vom 27.07.2017
  • Zusammen mit Konkurrent Airbus gehört Boeing zu den größten Flugzeugbauern der Welt. Boeing ist zurück in den schwarzen Zahlen

    Der Umsatz geht zwar leicht zurück, doch Boeing verbucht ein dickes Gewinnplus. Die Aktionäre sollen am Ende des Jahres mehr Geld bekommen. Allerdings bleibt die Umsatzprognose für 2017 gleich.

    Vom 26.07.2017
  • O3B-mPower soll ab 2021 eingeführt werden. Boeing baut Satelliten für europäischen Betreiber SES

    Boeing baut sieben Satelliten für den europäischen Betreiber SES in Luxemburg. Dank einer neuen Technik läute sein Unternehmen "eine neue Ära der Konnektivität ein", erklärte SES-Chef Karim Michel Sabbagh in einer Mitteilung. Das System (O3B-mPower) werde etwa vier Fünftel der Erdoberfläche abdecken.

    Vom 21.09.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus