Boeing-Prognose: US-Konzern sieht immer weniger Zukunft für Riesenjets

20.06.2017 - 14:35 0 Kommentare

Mehr Mittelstreckenflugzeuge und weniger Riesenjets wie die A380 oder die Boeing 747 - das ist die Prognose von Boeing für die kommenden 20 Jahre. Der US-Konzern äußert sich außerdem zur "A380plus".

Eine Boeing 747-400 (Hintergrund) und eine A380 der Lufthansa am Flughafen Frankfurt. - © © dpa - Arne Dedert

Eine Boeing 747-400 (Hintergrund) und eine A380 der Lufthansa am Flughafen Frankfurt. © dpa /Arne Dedert

Der US-Flugzeugbauer Boeing erwartet in den nächsten 20 Jahren eine weiter wachsende Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen - aber nicht nach den ganz großen Fliegern. In der Zeit bis 2036 würden weltweit voraussichtlich gut 41.000 Passagier- und Frachtjets benötigt, sagte Boeings Marketingmanager Randy Tinseth jetzt auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris.

Das sind 3,6 Prozent mehr, als Boeing vor einem Jahr für die zwei Jahrzehnte bis 2035 vorhergesagt hatte. Im Gegensatz zum Rivalen Airbus berücksichtigen die Amerikaner dabei auch Regionaljets mit weniger als 100 Sitzen.

Eine düstere Zukunft zeichnet Boeing für ganz große Flugzeuge wie den weltgrößten Passagierjet Airbus A380 oder die Boeing 747. Seine Rubrik für Jets mit mehr als 400 Sitzplätzen hat der Hersteller mit der ab 300 Sitzen zusammengelegt - und die Aussichten eingedampft. Vor 20 Jahren habe auch Boeing gedacht, dass mehr sehr große Jets gebraucht würden, sagte Tinseth.

Aber auch das größte Modell der Amerikaner, der Jumbo-Jet 747-8, sei nur noch als Frachter gefragt, so der Manager. Die größte Nachfrage entfalle bis 2036 mit voraussichtlich 72 Prozent auf Mittelstreckenjets mit einem Gang zwischen den Sitzen, gefolgt von kleineren und mittelgroßen Langstreckenjets.

Dass Airbus die A380 jetzt mit Winglets und 80 zusätzlichen Sitzplätzen für die Airlines wirtschaftlicher machen will, hält Tinseth für Augenwischerei. "Neue Winglets an ein Flugzeug zu montieren, das einfach zu groß ist, macht dieses Flugzeug kein bisschen kleiner", sagte er.

Von: ch, dpa-AFX
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Fertigungshalle des Airbus A320 in Tianjin: Bis 2020 will der Flugzeughersteller 184 Maschinen an chinesische Gesellschaften ausliefern. China erleichtert Marktzugang für Flugzeugbauer

    China kündigt an, seinen Markt stärker für ausländische Unternehmen zu öffnen. Hersteller von Autos, Flugzeugen und Schiffen sollen künftig nicht mehr auf inländische Partner angewiesen sein. Davon profitieren auch Airbus und Boeing.

    Vom 17.04.2018
  • Im Terminal am Flughafen Hamburg Hamburg will eine halbe Million von Easyjet

    Wegen mehr als 20 verspäteten Starts und Landungen im vergangenen Jahr fordert die Fluglärmschutzbeauftragte von Hamburg nun fast eine halbe Million Euro von Easyjet. Die Airline will die Vorfälle prüfen.

    Vom 02.03.2018
  • Ehemalige Mitarbeiter der Air Berlin. Ex-Air-Berliner sorgen sich um Altersvorsorge

    Ehemalige Air-Berlin-Mitarbeiter beschweren sich nach airliners.de-Informationen bei Insolvenzverwalter Flöther, weil dieser ihre Lebensversicherungen noch nicht freigegeben hat. Der Abwickler reagiert umgehend.

    Vom 27.02.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus